Altsasbachertag an der Heimschule Lender
Der „Lendergeist” führte viele Ehemalige nach Sasbach
Festakt und Festgottesdienst
Sasbach(sp). „Initium sapientiae timor domini” – „Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor Gott”. Diesem Leitwort von Franz Xaver Lender und pädagogischen Anspruch wisse sich seit 134 Jahren die Heimschule Lender verpflichtet, so Schulleiter Lutz Großmann, als er die ehemaligen Schüler zum Altsasbachertag begrüßte. Der Leitspruch ermutige alle in der Schulgemeinde, die tägliche Arbeit unter den Segen Gottes zu stellen und Kraft zu gewinnen, die Herausforderungen der Zeit anzugehen. Der Leitspruch sei auch eine Verpflichtung, die Ehrfurcht vor Gott und seiner Schöpfung in einer Zeit zu bewahren, die wahrlich nicht das Religiöse, das Heilige, in den Mittelpunkt stelle. Wichtig war es Lutz Großmann darauf hinzuweisen, dass der besondere „Lendergeist” in vielfältiger Weise spürbar sei, wenn sich Schüler und Lehrer für besondere Projekte und Aktivitäten begeistern oder wenn der Geist des Gottvertrauens und der Mitmenschlichkeit erfahrbar werde. Der Schulleiter bedankte sich bei den Altsasbachern für die Verbundenheit mit der Heimschule Lender und die aktive Unterstützung des schulischen Lebens.
Aktuelle und frühere Schüler begegneten sich bei wertvollen Gesprächen über Studium und Beruf. Die Schulgemeinde gedachte in einem Gottesdienst der verstorbenen Schüler und Lehrer, während die Altsasbacher aus allen Richtungen in Sasbach eintrafen und im Kreise der ehemaligen Klassenkameraden viele Erinnerungen lebendig wurden. Nach der Mitgliederversammlung, in der Bernhard Friedmann nach 18 Jahren als Vorsitzender mit einem herzlichen Dank verabschiedet wurde, begrüßte er letztmals die ehemaligen Lenderschüler und Jubiläumsjahrgänge. Im Gefüge der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg und darüber hinaus sei die Heimschule Lender mit den 6000 Mitgliedern der Vereinigung der Altsasbacher und dem Förderverein sowie dem Kuratorium einzigartig in der Schullandschaft. „Das ist ein kostbares Gut, das es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt”, so Bernhard Friedmann, der die intensive Zusammenarbeit zwischen den „jungen und alten Lenderschülern” besonders würdigte. Sein Dank galt der jetzigen Schulleitung mit Petra Dollhofer und Lutz Großmann sowie deren Vorgänger Hubert Müller und Karlheinz Ott für die stets gute Zusammenarbeit, ein großes Lob für die ausgezeichnete Arbeit erhielt auch der zweite Vorsitzende Gerd Sarcher. „Mein Nachfolger Bernd Siefermann kennt den Geist Lenders”, so Bernhard Friedmann, der dem neuen Mann an der Spitze der Altsasbacher alles Gute wünschte.
Dass der viel gelobte „Lendergeist” immer wieder und in vielfältigen Variationen musikalisch hörbar wird, belegte die glänzend aufspielende Bigband unter der Leitung von Joachim Rohrer mit fetzigem Jazz und tollen Soli. „Die Schöpfung bewahren zum Schutz der biologischen Vielfalt“, so lautete das Thema des Festvortrages von Matthias Reinschmidt vom Abiturjahrgang 1984. Der Kurator des berühmten Loro Parque auf Teneriffa, auch bestens bekannt aus über 180 Tiersendungen und Fachbüchern, lobte seinen ehemaligen Biologielehrer Klaus Mittenmüller, der die Grundlagen für seinen weiteren beruflichen Werdegang legte. Dieser führte ihn nach Teneriffa, wo der Bühler für die weltgrößte Papageien-Kollektion verantwortlich ist und darüber enen interessanten Einblick gab. Wichtig war ihm auch, auf Schutzprojekte für bedrohte Tierarten und Probleme hinzuweisen, die den Lebensraum von Flora und Fauna schädigen oder zerstören.
Ein feierlicher Gottesdienst eröffnete den zweiten Festtag, zu dem Rektor Edgar Eisele die Altsasbacher in der Heimkirche begrüßte. Die Predigt hielt Pfarrer Heinz Vogel aus Freiburg, während Schüler vom Musikprofil der 10. Klasse (Ulrich Noss) den Gottesdienst mit festlichen Klängen mitgestalteten. Nach dem Erinnerungsfoto erhielten die Jubilare vom Abitur 1949 und 1959 das „Abiturium adamanteum und aureum”.