Sasbach(sp). Dass der „Apéritif Culturel“ an der Heimschule Lender zu kleinen „Händel-Festspielen“ wurde, lag an dem famosen Auftritt eines besonderen „Lender-Quintetts“. Denn das Ensemble mit Roxane Lung (Cembalo) und Ines Lung (Violine) aus Sasbach, Simon Doll (Oboe), Jan-Niklas Doll (Fagott) und Philipp Karcher (Altflöte) aus Oberkirch erspielte sich am 14. Januar 2011 den 1. Preis beim Händel-Jugendwettbewerb in Karlsruhe und feierte damit einen Riesenerfolg. Nun durften die zahlreichen Gäste der Konzert-Matinee die Preisträger live erleben und Musik genießen, die geradezu von professioneller Qualität und virtuoser Klasse geprägt war. „Die Stücke haben sich die Schüler selbst erarbeitet“, so Musiklehrer Ulrich Noss, der wie die Gäste hell begeistert war von dem formvollendeten Spiel, dem technischen Vermögen jedes Musikers und der wunderbaren Harmonie des Quintetts bei dem Concerto e-Moll von Joseph Bodin de Boismortier aus der Barockzeit. Der Applaus für die Preisträger, deren glänzendes Können beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ mehrmals und bei allen bis in das Bundesfinale bestätigt wurde, wollte kein Ende nehmen. So wurden die Zwillinge Simon und Jan Niklas Doll zweimal Bundessieger und erhielten 2010 einen 2. und 3. Preis, Philipp Karcher ist ebenfalls Bundessieger und Roxane Lung wurde 2010 mit einem 2. Preis gewürdigt.
Der „Apéritif Culturel” eröffnet nach gutem Brauch das Kulturjahr am „Musikgymnasium Lender“ und bietet Projekten, Solisten und Klassenorchestern ein Forum zur Präsentation ihres Könnens, gleichzeitig erhalten die Gäste vielfältige Einblicke in das musikpädagogische Arbeiten in der Heimschule. Nach der Begrüßung durch Norbert Zwick geleitete das Klasseorchester vom Musikprofil 9 unter der Leitung von Stephan Lung die Besucher zu den „Bildern einer Ausstellung“, als die Schüler drei Sätze der bekannten Komposition von Modest Mussorgski darboten. Im guten Zusammenspiel arbeitete das Orchester mit Instrumenten wie Oboe, Fagott, Trompete, Klarinette, Flöte die typische Charakteristik der musikalischen Bilder in Erinnerungen an Viktor Hartmann heraus, bevor Lukas Fartaczek vom Klavier an den Dirigentenpult wechselte und seine GFS-Komposition „Due lati della vita“ ankündigte. Darin brachte der Schüler aus Lauf die verschiedenen Seiten der Lebens zum Klingen, die vom fetzigen, temperamentvollen Sound bis zu feinen, melancholischen Melodien reichten und zu wohl klingende „Ohrwürmer“ wurden. Das war eine reife Leistung von Lukas Fartaczek und „seinem“ Klassenorchester, das er souverän dirigierte.
Dass Lenderschüler auch mit Händen, Körper und Füßen musizieren können, belegten die Schüler vom Musikzug der Klassen 6 c, d, f mit Referendar Jürgen Bruder. Zur Aufführung kamen flotte „Rhythmicals“ und damit vierstimmige Sprechstücke mit „Body-Percussion“, die nicht nur den jungen „Instrumentalisten“ viel Freude bereitete. Ein dickes Lob erhielt Jürgen Bruder von Norbert Zwick, denn für den Referendar stehen in Kürze die Prüfungsbesuche an und dennoch nahm er sich ganz im Sinne des „Lendergeistes“ Zeit, mit seinen Schülern etwas aufzuführen. In Erwartung von Prüfungen sind auch drei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13, die mit starken Leistungen musikalische und gesangliche Einblicke in die hohen Anforderungen der fachpraktischen Abiturprüfung gaben. So präsentierte die Flötistin Susanne Wadepuhl (Klavier Hansjörg Wallraff) die Sonate g-moll von Bach, Martina Bireckoven (Klavier Miho Imada) spielte den 1. Satz aus Bachs E-Dur Violinkonzert und Miriam Ritter (Klavier Norbert Zwick) glänzte mit dem Couplet „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der Operette „Die Fledermaus“. Bei dem „Trio“ war deutlich hörbar, über welch niveauvolles Leistungsvermögen sie verfügen, das beim Abi sicherlich mit guten Noten belohnt wird.