Home » Aktuelles » Presseberichte 10/11 » Lobpreis auf den Schöpfer offenbarte auch den „Lendergeist“

Lobpreis auf den Schöpfer offenbarte auch den „Lendergeist“

Sasbach(sp). „Vollendet ist das große Werk, des Herren Lob sei unser Lied“. Mit diesem Lobpreis und dem prächtigen Gesang des Chores wurden die Zuhörer bei zwei Aufführung von Haydns „Die Schöpfung“ in der Heimkirche gleichsam eingeladen, selbst einzustimmen in die „Melodie Gottes“ und den Dank an den Schöpfer von Himmel und Erde: „Alles lobe seinen Namen, denn er allein ist hoch und erhaben! Alleluja, Alleluja“. Rektor Edgar Eisele zeigte in seiner Begrüßung noch eine andere Spur auf, denn in der Schönheit und Erhabenheit der Schöpfung offenbare sich die Größe und Güte Gottes, der alles „sehr gut“ machte. „Ich war nie so religiös wie während der Komposition der Schöpfung“, schreibt Joseph Haydn, und nach der Vollendung seines Werkes bemerkt er: „Es war nicht ich, sondern die Macht von oben, die das schuf.“
Glanzvoll vollendet wurde der musikalische Urknall an der Heimschule Lender, denn seit Herbst 2010 liefen unter der Leitung von Ellen Krämer (Chor) und Ulrich Noss (Sinfonieorchester) die Proben für dieses grandiose Werk und Glanzlicht der abendländischen Kultur. Bei zwei Aufführungen des Oratoriums in der voll besetzten Heimkirche wurde die intensive und hochwertige Erarbeitung der „Schöpfung“ in wunderbarer Weise vollendet und es war ein imposantes Bild, die über 150 Sänger, Musiker und Solisten aus dem Kreis der großen „Lenderfamilie“ zu erleben. Denn Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde der Heimschule quer durch die Lebensalter sangen und musizierten miteinander, die Solisten kamen alle aus den eigenen Reihen und die Fachschaft Musik setzte mit dem Oratorium die Tradition der niveauvollen Chor- und Orchesterprojekte fort, die eines der speziellen Markenzeichen des „Musikgymnasiums Lender“ sind. Dazu gehört wesentlich, die gesanglichen und instrumentellen Begabungen der Schülerinnen und Schüler zu fördern, was bei den erzählenden Stimmen der Erzengel Gabriel (Sopran), Uriel (Tenor) und Raphael (Bass) im Verzicht auf professionelle Solisten und wechselnde Soloparts von 17 Sängerinnen und Sängern deutlich wurde. Herausragend war der Part von Diana Schrepffer und Michael Meier, die mit klaren Stimmen, nuancierter Gestaltung und mit viel Ausdruckstärke die Rollen von Adam und Eva sangen. Beeindruckend war, wie souverän, gut und bestens vorbereitet alle Solisten die Engelstimmen verkörperten. Es waren dies Sebastian Bürkle, Jonathan Striebel,  Markus Doll, Carmen Fahlbusch, Laura Volk, Rouven Corthum, Aaron Kimmig, Selina Lott, Johannes Pieper, Lisa Wehle, Alfred Hänecke, Markus Heller, Deborah Springmann,  Kristin Spath und Allegra Decker.
Zwei kurze Schläge des Orchesters, sanfte Klänge der Streicher und Holzbläser - „Die Vorstellung des Chaos“ nannte Haydn seine Einleitung und Skizzierung des Urzustandes, bei dem die „die Erde ohne Form und leer“ war. Der Geist Gottes „schwebte auf der Fläche der Wasser“ und die feinen Klangfarben des bestens disponierten Orchesters (Continuo Roxane Lung, Marylène Lung) spannten geradezu sanft und liebevoll den Bogen hin zum ersten Schöpfungstag, als aus der Stille und Dunkelheit des Chaos das strahlende „Es werde Licht“ im prächtigen Gesang des Chores aufschien. Die musikalische Schöpfung von Chor und Orchester war ein Genuss und fügte sich nahtlos und mit einer Qualität auf hohem Niveau in die Sternstunden großer Konzerte an der Heimschule, bei denen der unverwechselbare „Lendergeist“ aus den Talenten vieler ein harmonisches und großartiges Werk schafft. Der imposante Chor setzte vor allem am Ende der Schöpfungstage mit einem herrlichen Klangbild prägnante und dynamische Akzente, als die Sängerinnen und Sänger mit „der Himmelsbürger frohe Schar“ in den Lobpreis Gottes einstimmten und mitreißende Chore wie „die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ oder „Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier, lasst euren Lobgesang erschallen“ darboten. Den famosen Höhepunkt bildete der Schlusschor, der auch eine Einladung an das „mit Schönheit, Stärk´ und Mut“ ausgestattete „Ebenbild Gottes“ war: „Singt dem Herren alle Stimmen! Dankt ihm alle seine Werke!“

Fotos: sp