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Speerwerferin Obergföll zu Trainingseinheit an der Lender

Sasbach(sp). Die Traumweite von 72,29 Meter hat die Speerwerferin Christina Obergföll auf dem Campus der Heimschule Lender zwar nicht geworfen. Aber bei der interessanten Trainingseinheit mit Lenderschülern wurde der anvisierte Weltrekord von 72,29 Meter zumindest sichtbar. „Man muss ja Ziele haben“, meinte die sympathische Sportlerin mit Blick auf ihr Autokennzeichen „7229“ und strahlte, so als wäre der Weltrekord fällig. Die 70 Meter Marke hat sie bereits 2007 geknackt, als sie mit 70,20 Meter Weltjahresbestleistung warf und mit dieser glänzenden Weite den Deutschen Rekord hält. Nun stehen die Weltmeisterschaften 2011 in Südkorea und die Olympischen Spiele in London 2012 als die nächsten ganz großen Ziele auf dem Trainingsplan von Christina Obergföll, die 2008 bei den Olympischen Spiele in Peking die Bronzemedaille und 2010 bei den Europameisterschaften in Barcelona die Silbermedaille warf.

Schon lange war es der Wunsch von Sportlehrerin Ellen Mundinger, die erfolgreiche und bekannte Leichtathletin zu einer Trainingseinheit „Speerwerfen“ an die Heimschule Lender zu holen. Nach dem Trainingslager von Christina Obergföll in den USA war es nun soweit und Ellen Mundinger zeigte sich sehr erfreut und dankbar über den Besuch der sportlichen Prominenz. Doch auch Ellen Mundinger war in den 70er und 80er Jahren eine glänzende Sportlerin mit dem Gewinn von zahlreichen Deutschen Meisterschaften im Hochsprung. Herausragend war für Ellen Mundinger die Teilnahme an den Olympischen Spielen in München 1972, wo sie den Goldmedaillen-Sprung von Ulrike Meyfarth hautnah erlebte und selbst mit 1,82 Metern einen ausgezeichneten 10. Platz belegte. Ein Jahr später wurde sie mit der gleichen Höhe Junioren-Europameistern und 1980 Deutsche Hochschulmeisterin. Doch ohne Fleiß, kein Preis. Dies wissen Ellen Mundinger und Christina Obergföll, die in der Regel sieben bis zehnmal pro Woche trainiert und eine Sportart betreibt, die einen sehr komplexen Bewegungsablauf, viel Technik und Kraft erfordert. Dies wurde den sportlichen Lenderschülern schnell klar, als sie professionell in die Geheimnisse des Speerwerfens eingeweiht wurden. „Bei mir knackst überall“, meinte eine Schülerin, als bei der Aufwärmphase der Speer vorwärts und rückwärts um den Körper kreiste und Dehnübungen den jungen Köper unter Spannung brachte. Nach dem „Warm up“ ging es an die Speere und schnell war den Lenderschülern klar, dass Speerwerfen im Fernsehen etwas einfacher aussieht, als es in Wirklichkeit bis zum perfekten „links, rechts, links und Abwurf“ ist. Gewisse Probleme war bei der Übungseinheit „das rechte Bein überholt das linke“ nicht zu übersehen, als der Körper mit optimaler Speerhaltung aus dem Vorwärtslaufen in die seitwärts Bewegung  gedreht und der Speer mit Kraft abgeworfen werden musste. Doch Christina Obergföll zeigte sich sehr geduldig und motivierend: „Während meiner Schulzeit war ich abends um 17.30 Uhr auch nicht immer topfit“. Dennoch war sie als Mädchen sportlich sehr begabt, startete im Vier- und Siebenkampf und kam eher durch Zufall zu ihrer heutigen Paradedisziplin. „Mein Leben als Sportlerin finde ich schön, es macht mir Spaß“, so Christina Obergföll, die derzeit auch ein Master-Studium in Gesundheitsmanagement absolviert und sportlich große Ziele der Marke „7229“ anvisiert.

Fotos: sp