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Musical-Zauber über und unter Wasser

Ein märchenhaftes Musical, geschaffen von der Mittelstufe des Lender-Gymnasiums, füllte die Sasbacher Aula. Die Ovationen der Zuschauer zeigten: Mit dem großen Musiktheater-Projekt „Lundibal“ für Chöre, Orchester, Ballett und Solisten eroberten fast 200 Musiker und Techniker ihr Publikum.
Den Kampf der Guten gegen das düstere Reich der „Schatten“ bebilderten einmal mehr Eberhard Schreiber mit seiner Bühnenbild-AG und die überaus erfinderische Raphaela Kind mit Kostümen von selten gesehener Fantasie und bunter Vielfalt.
Da bewegten sich auf zwei Bühnen-Etagen und einer hohen Seitenbühne zarte Elfen, begehrenswerte „Gambolds“ und eine feenhafte Prophetin, die aus einem sich plötzlich öffnenden Felsen majestätisch hervortrat. Aber auch tumbe Riesen als viel belachte Keulenschwinger mit kannibalischen Vorlieben und schwarz gewandete Schattenkrieger hielten Lundibal und die Seinen in Atem.
Zum ersten Mal auf der Lender-Bühne war auch ein Szenario unter Wasser zu bestaunen, in dem sich urkomische Kugelfische und der „Krake Paul“ tummelten. Auf diese Ebene gelangten unter dem Gelächter der Zuschauer die „Gamboldinger“ pfeilschnell per Wasserfall. Rauschenden Sonderbeifall holten sich die in den Fluten tanzenden Seepferdchen, die dort zu melancholisch beschwingter Ballettmusik schwebten. Die bildenden Künstler illustrierten auch einen lustigen „Sardinenchor“ mit einer wendigen Riesen-Sardine aus sechs lose verbundenen weiß-blauen Papp-Elementen.
All diese mit magischen Farben ausgeleuchteten Szenen bekamen musikalisches Leben eingehaucht, das sich die jugendliche Komponistengruppe um Jonathan Eberle und Lukas Fartaczek ausdachte. Letztere hatten bereits 2009 mit einem preisgekrönten Projekt ihre musikalische Begabung erprobt.
Die sechs Mittelstufen-Schüler schrieben diesmal leicht ins Ohr gehende Pop-Melodien für zwei Chöre sowie die märchenhaften Stimmungen in Tönen für kleines Orchester, von der Liebesgeschichte zwischen Lundibal und Emily bis zur rassigen Untermalung der unheimlichen Schattenkrieger.
Auch wenn sie sich mit ihrer Partitur den Grenzen von Chören und Solisten näherten und dem Ensemble-Gesang schöne Hürden bauten – die ausführenden kleinen Künstler agierten unter der Leitung von Ulrich Noss und Stephan Lung mit Hingabe und vom dankbaren Publikum immer wieder mit Szenenbeifall bedacht. Damit die vielen beachtlichen kreativen Talente für das in Eigenarbeit der Schüler entworfene Musical noch professionelle Hilfe erfuhren, standen Ursula Bengel, Malte Bartz und Philipp Kern mit Rat und Tat zur Seite. Nachdem der Vorhang gefallen war, ließen die Zuschauer die Mitwirkenden eine Viertelstunde lang nicht von der Bühne. Albrecht Zimmermann


Von: Albrecht Zimmermann

Fotos: sp