Sasbach(sp). Dass es auch in Polen Schulen gibt, „an die man sich nach Jahren gerne erinnert“, durften Schüler und Lehrer der Heimschule Lender erfahren. Denn getreu diesem Motto des „Maria Konopnicka Lyzeums“ in Wloclawek nordwestlich der Hauptstadt Warschau wurden die Sasbacher mit der bekannt polnischen Herzlichkeit und Gastfreundschaft aufgenommen, als sie sich hier mit den Partnern aus acht weiteren europäischen Schulen zum Comenius-Projekt „Teen TV“ trafen. Nach den Projekten in Italien, Island und Spanien war dies das vierte Treffen, an dem die Lehrer Daniela Riedmann und Emil Spath sowie die Oberstufenschüler Katja Burgard, Sophia Dresel, Janika Kind, Jasmin Klumpp vom Schulfernsehen „Lender TV“ teilnahmen.
Das Projekt „Teen TV” wird von der Europäischen Union gefördert, es ist auf zwei Jahre angelegt und umfasst neben den Projektarbeiten an den jeweiligen Schulen sechs Treffen in verschiedenen Ländern. Aus Fernsehbeiträgen der Projekt-Schulen soll eine internationale Sendung geschnitten werden, die Ziel und Ergebnis von „Teen TV” ist. An dem Projekt nehmen Schulen aus Island, Irland, Frankreich, Belgien, Polen, Spanien, Griechenland, Italien und Deutschland teil. Für die Heimschule Lender ist es das dritte Comenius-Projekt und deshalb interessant, da es sich mit den bereits vorhandenen Strukturen von „Lender TV” und der technischen und personellen Ausstattung bestens vereinbaren lässt und die Sasbacher viele Erfahrungen einfließen lassen können.
Nach dem Start 2010 in Italien wurden bei den nächsten beiden Treffen die ersten vier Filme produziert und analysiert, wobei die einzelnen Nationen ihre Schulen vorstellten und die landestypischen Besonderheiten des Weihnachfests dokumentierten. In den nationalen Videos mit dem Titel „Imagination is the key to everything“ - „Vorstellungskraft ist der Schlüssel zu allem“ konnten die Schüler ihre Kreativität beweisen, der gemeinsame Beitrag für den Comenius-Wettbewerb 2011 „We’re Comenius“ - „Wir sind Comenius“ wurde in Spanien mit allen Nationen gemeinsam produziert. Nach diesen mehr kulturellen und individuellen Themen einigten sich die Partner darauf, dass neben einer sozialen Komponente auch die Lebenswelt der Schüler in den Mittelpunkt gestellt werden soll. So sollen die Schüler bis zum nächsten Treffen 2012 in Belgien einen nationalen Beitrag zum Thema „Social Interactions“ - „Bereiche der Kommunikation und Interaktion“ produziert werden, bei dem zur „Horizonterweiterung der Jugendlichen“ auch die Generationen der Eltern und Großeltern einbezogen wird. In Belgien soll dann ein internationaler Film aller neun Nationen entstehen.
Bei dem Treffen in Polen gab es Workshops, in denen die Schüler die richtige Handhabung einer Kamera und verschiedene Möglichkeiten der Kameraeinstellung kennen lernten. Die theoretischen Grundlagen wurden in praktischen Übungen vertieft und umgesetzt. Den Schülern wurde auch die richtige Kameraführung während eines Interviews sowie das Arbeiten mit einem Schnittprogramm vermittelt, das Gelernte wurde in kleinen, international gemischten Gruppen in der Praxis umgesetzt.
Neben den informativen Workshops diente das Projekt auch dem interkulturellen Austausch und dem Kennenlernen des Gastlandes. Die polnische Schule mit rund 300 Oberstufenschülern gehört zu den besten der 100000 Einwohner Stadt Wloclawek und präsentierte sich mit einer perfekten Organisation, fasziniert waren alle von der großen Herzlichkeit der Gastfamilien. Auf dem kulturellen Programm standen die Besichtigungen verschiedener Städte und deren Sehenswürdigkeiten, besonders interessant war der Besuch in Torun, der Heimatstadt des berühmten polnischen Wissenschaftlers Nikolas Kopernikus. Das Projekt ist für die Lenderschüler auch eine gute „Lehrmeisterin“, wie wichtig eine schulische Ausbildung in verschiedenen Fremdsprachen ist und welche Möglichkeiten sich ihnen dadurch eröffnen. Die offizielle Projekt-Homepage ist www.comeniusteentv.eu, gestaltet und betreut wird diese von dem ehemaligen Lenderschüler Sebastian Sester.