Sasbach(sp). „In den Tönen der Streicher und im Schall der Bläser klopft Gott heute an die Türen ihres Herzens“. Was Rektor Edgar Eisele mit diesen besonderen „adventlichen Klopfzeichen“ meinte, durften die Gäste des „Musikgymnasiums Lender“ beim Konzert in der Heimkirche erleben. Denn in den wundervollen Harmonien von Musik und Gesang wurde etwas spürbar von der „Melodie Gottes“, für die die Menschen im Advent „Tür und Tor“ weit aufmachen sollen, um den „Herrn der Herrlichkeit“ zu empfangen, wie dies Aufführend und Gäste in dem alten Adventslied „Macht hoch die Tür“ gemeinsam sangen. „Unser Leben wird gut mit ihm“, so Edgar Eisele, während Schulleiter Lutz Großmann in seinem Dank feststellte: „Es war ein unbeschreiblich schöner Moment zum Ausklang des Jahres“.
Dass trotz Sturm und Regen so viele Gäste in die nahezu voll besetzte Kirche kamen, bedeutete für die Fachschaft Musik und die über 100 Akteure ein dickes Lob für ihre engagierte Arbeit. Zum guten Brauch gehört es, dass die Gäste zu Spenden für Projekte in Peru und den Aufbau einer Schule der Salesianer Don Bosco in Haiti eingeladen waren. Die Spendenaktion setzen die Lender-Sternsinger nach den Ferien fort.
Mit prächtiger Bläsermusik von der Empore aus eröffnete das Blechbläserensemble unter der Leitung von Jürgen Bruder das Konzert mit einem sechsstimmigen Werk von Michael Praetorius, das die Schüler mit Trompeten, Posaunen und Waldhorn technisch versiert im festlichen Klang darboten. Mit „Ricercar del 12. Tuono“ von Andrea Gabrieli wechselte das Ensemble mit fein gespielten Klangfarben zur Italienischen Renaissance, blieb in dieser Zeit und bereicherte das Konzert mit „Pavane“ aus „Drei Tänze“ des Niederländers Tilman Susato. Dass an der Lender die musikpädagogische Arbeit mit Streichinstrumenten einen hohen Stellenwert hat, belegte das Streichervororchester unter Leitung von Bärbel Anstett. Die 35 Schüler erfreuten mit einer reifen Leistung und sauberem Klang, als sie das Menuett aus der Händel-Oper „Alcina“ spielten. Auch die jungen Streicher präsentierten italienische Tonsprache und arbeiteten mit dem Allegro aus der „Sinfonia a 4“ vom Tomaso Albinoni deren Charakteristik sehr gut heraus.
Mit feinen Stimmen und großer Homogenität lenkte der Kammerchor unter Leitung von Ellen Krämer (Flügel Stefan Nowak) den Blick auf die Adventszeit, als das altvertraute Lied „Nun kommt der Heiden Heiland“ erklang. Die gepflegte Stimmkultur der Jugendlichen beeindruckte, vor allem bei dem wunderbaren „Candlelight Carol von John Rutter und „Maria durch den Dornwald ging“ mit den famosen Solistinnen Laura Volk, Deborah Springmann und Lisa Holthaus. Für ein musikalisches Glanzlicht sorgte das bestens disponierte Streichorchester mit Dirigent Ulrich Noss (Cembalo Roxane Lung), als die Musiker mit drei Sätzen aus Händels „Alcina-Suite“ mit einer technisch sauberen und niveauvollen Leistung aufwarteten. Diese krönte der mehrfache Bundessieger und hoch talentierte Simon Doll (Oboe) mit dem virtuos gespielten 2. Satz aus dem Oboenkonzert d-moll von Tomaso Albinoni, der ein konzertanter Genuss und ein musikalisches Geschenk besonderer Güte war.
Dass „Onkel Jupp“ eine tolle Idee hatte und ein perfektes Weihnachtspäckle bereit hielt, verdeutlichten die Schüler der Klasse 6d unter der Regie von Elisabeth Duensing und Stefanie Meier in ihrem schönen und nachdenklichen Weihnachtsspiel. Beim Einkaufen füllte er den Wagen bis oben hin und sein genialer Plan war, einsame, traurige und Not leidende Menschen aus der Nachbarschaft zu besuchen und einzuladen, um den Heiligen Abend mit ihm und andern zu verbringen. Dieser „Weihnachtseinfall“ kam bestens an und die Schüler erhielten wie alle anderen Akteure viel Applaus für ihr gelungene Einstimmung auf Weihnachten.