Lenderschüler in Amerika hinterließ den Altsasbacher Erbe –
Teil des Geldes ab jetzt verfügbar
Sasbach(sp). „Die ist ein außergewöhnlicher Moment in meinem Leben”. Dies betonte Rechtsanwalt Liland Johnson, der eigens aus den USA zum Altsasbachertag an die Heimschule Lender kam und beim Festtag mit seinem Freund Eberhard Woerz eine ganz außergewöhnliche Nachricht mitgebracht hatte. Denn was vor einem Jahr angedeutet wurde, ist nun Realität: die Vereinigung der Altsasbacher wird Erbe eines Vermögens in Millionenhöhe.
„Der Stifter war zwar ein Badener, aber ein sparsamer Schwabe”, so Eberhard Woertz, der im Rahmen des Tätigkeitsberichtes des Vorsitzenden der Altsasbacher, Prof. Dr. Bernhard Friedmann, den Betrag öffentlich machte. „Ich bin überwältigt von dem Geist aller, der an der Heimschule Lender herrscht”, betonte der Gast aus den USA, der sich für die sehr gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Altsasbachern um Bernhard Friedmann und Geschäftsführer Gerd Sarcher bedankte.
Für die Schulgemeinde und Altsasbcher der Jubiläumsjahrgänge wurde erstmals auch die Person des Stifters Ulf Rienecker lebendig, der wie viele andere Schüler 1943/44 die Schule verlassen musste und als Flaghelfer eingezogen wurde. Er geriet in französische Kriegsgefangenschaft und wurde aufgrund seiner Jugend bald nach Hause geschickt, so dass er 1947 an der Heimschule Lender sein Abitur ablegen konnte. Weiter berichtete Eberhard Woertz davon, dass er im Jahr 1947 bei der Firma Bosch in Stuttgart eine Lehre absolvierte und dabei den Absolventen der Lender als Praktikanten kennen lernte. Dieser studierte an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, war dann als Ingenieur in Deutschland tätig und wanderte nach Kanada und später in die USA aus. In San Francisco lebte er in bescheidenen Verhältnissen und obwohl er ein Erbe seiner Mutter erhielt, rührte er dieses nicht an. Er wollte sich selbst versorgen und vergrößerte das Erbe durch seine eigenen Ersparnisse, so Eberhard Woertz. „Es ist für uns eine Genugtuung, den guten Willen des Stifters verwirklichen zu dürfen”, meinte Eberhard Woertz, auch der Testamentsverwalter Liland Johnson und persönliche Freund des Stifters zeigte sich in seinem Grußwort sichtlich bewegt über die „außergewöhnliche Stunde” in Sasbach. Er bedankte sich für das Vertrauen und die sehr gute Kooperation mit den Altsasbachern und dafür, dass der Wille des Stifters nach Klärung aller rechtlichen Fragen im guten Einvernehmen und ohne Rechtsprozesse verwirklicht werden konnte.
Der Vorsitzende der Altsasbacher bedankte sich bei Liland Johnson, Eberhard Woertz und Rechtsanwalt Peter Bauschertz und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass die Altsasbacher sehr gute und verantwortungsbewusste Verwalter des Vermögens sein werden und darauf auch bestens vorbereitet sind. Wichtig war ihm der Hinweis, dass die Vereinigung der Altsasbacher und nicht die Heimschule Lender oder die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg das Erbe erhalte und die Zinserträge aus dem Grundkapital gezielt für außergewöhnliche und besonders beantragte Projekte der Schule eingesetzt werden können. Zu diesem Zweck habe die Vereinigung eine Unterstiftung gegründet, deren Vorstand identisch mit dem der Altsasbachervereinigung sei. Die Anträge für Projekte der Schüler, Lehrer und der Schulgemeinde müssten „ihren Dienstweg gehen” und laufen bei dem ehemaligen Schulleiter Karlheinz Ott zusammen, der diese prüfe und dem Vorstand der Stiftung zur endgültigen Entscheidung vorlege. „Wir haben das alles sehr gut vorbereitet und wir glauben, dass wir mit dem Geld eine sinnvolle Arbeit leisten können”. Das Geld sei sicher bei einer Bank in der hiesigen Region angelegt und ein Teil davon sei „ab jetzt” verfügbar.