Konzert Apéritif Culturel der Heimschule Lender
Von Moor-Gespenstern bis zu Songs aus den Goldenen 20er´n
Erfrischender Apéritif mit vielfältigen Klangfarben
Sasbach(sp). Schwarze „Moor-Gespenster” der Heimschule Lender schlichen sich auf die Bühne des „Apéritif Culturel” und sorgten bei ihrem Sprechgesang für eine schaurige, aber fröhliche Stimmung. Danach „reisten” Schüler aus dem Musikzug mit den Zuhörern in die Karibik und nach Spanien, während die angehenden Abiturienten niveauvolle musikalische und gesangliche Kostproben aus dem Programm ihres fachpraktischen Abiturs im Februar 2010 gaben. Dass sie diese „Prüfung” im voll besetzten Musiksaal bestens bestanden, wird die Schüler aus dem Neigungsfach motivieren, weiter an der Abi-Literatur und ihrem guten Können zu feilen. „Der Apéritif Culturel möchte vielfältige Arbeit der Fachschaft Musik aufzeigen”. So der Fachleiter Musik Joachim Rohrer, der mit seinen Kollegen für diese Konzert-Matinee einen köstlichen „Apéritif” mit vielen Klangfacetten vorbereitete. Denn der musikalische Bogen reichte von Klassen-Orchestern der Unterstufe bis zu den „Profis” aus dem Neigungsfach Musik der Jahrgangsstufe 13, so dass die Besucher vom spielerischen Erarbeiten von Musik bis zum anspruchsvollen solistischen Spiel interessanten Einblicke in das Arbeiten am „Musikgymnasium Lender” und das Leistungsvermögen von Kindern und Jugendlichen erhielten. Für eine super Ouvertüre sorgten die Siebtklässler Floris Demondt (Schlagzeug) und Julien Lemay (Marimbaphon), die mit einem feurigen russischen „Säbeltanz”, schnellen Tempi und einer tollen Leistung aufwarteten. Mit ihren Klassenkameraden aus dem Musikzug 7 g von Bärbel Anstett präsentierten die Schüler einen Auftritt mit besonderer Note, als sie ein Stück der „Minimal Music” von Terry Riley aufführten. Dabei schritten die Schüler mit verschiedenen Instrumenten langsam in den Musiksaal und legten selbst fest, wann sie mit ihrem Part beginnen und wie oft sie das musikalische Grundthema wiederholten oder variierten. Aus dem eher experimentellen Bereich der Musik ging es mit den Abiturienten aus dem Kurs von Dagmar Brenner in die Kindertage des deutschen Tonfilms der 20er Jahre, als ein gesungener Tango von Hans Söhnker aus dem Film „Truxa” für ein humorvolles Intermezzo sorgte. „Unter den Pinien von Argentinien habe ich mich so in Dich verliebt, und bei den Bananen begann ich schon, zu ahnen, dass es keine größere Liebe gibt”. Es war den Jugendlichen anzusehen, dass ihnen die Reise in die „Goldenen 20er Jahre” einen Riesenspaß machte und sie in schönsten Tönen auch den Schlager sangen: „Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln und fahre nach den Fidschi-Inseln”. Glänzten die angehenden Abiturienten bei den alten, aber originellen Schlagern als Gesangs-Ensemble, so belegten sie bei ihren Soli ihren ausgezeichneten Ausbildungsstand und wie hoch die Abituranforderungen sind. So spielte Lea Brass die moderne „Sonatine” von Joseph Horovitz (Klavier Marc Noetzel), Judith Frietsch sang die Mozart-Arie „Ridente la calma” und Julia Pieper (Violine) erfreute mit Beethovens „Romanze F-Dur” (Klavier jeweils Roman Kühn). Mit der „Concert Etüde” von Alexander Goedicke bereicherte Hendrik Berger mit seiner Trompete (Klavier Michael Diefenbacher) den Apéritif, Sophie Stengel sang mit feiner Stimme und großer Ausstrahlung „Silhouette” von Leonhard Bernstein (Klavier Reinhard Hauser), während Lukas Ziegler mit vier Sticks und viel Gefühl auf dem Vibraphon „Springtime” von Werner Treiber spielte. Nachdem kleine „Moor-Gespenster” vom Musikzug der 5. Klasse fröhlich und mit „knurrenden Mägen durch die Nacht” streiften und ganz toll das rhythmisches Sprechen demonstrierten, sorgte der Musikzug 6a/b von Norbert Zwick. Ging es in der Besetzung Klassenorchester und im Stile von Harry Belafonte mit „Jamaika Farewell” zunächst in die Karibik, so endete die Musikreise mit viel Temperament, den bunten Klangstäben „Boomwhackers” und dem Lied „Un poquito cantas” im sonnigen Spanien.