Vernissage in der Schulgalerie Heimschule Lender
Kein mit Pathos aufgeladender Symbolismus
Arbeiten von Manfred Schlindwein (Gengenbach) ausgestellt
Sasbach(sp). „Ein mit Pathos aufgeladener Symbolismus ist nicht die Sache von Manfred Schlindwein”. So Bernd Behrends bei der Vernissage mit Arbeiten von Manfred Schlindwein (Gengenbach), die noch bis 21. November in der Schulgalerie der Heimschule Lender (Verwaltungsgebäude) für die Öffentlichkeit zu sehen sind. „Mit Freude ritzt und kratzt er in Flächen, zerstört sie sozusagen, und seine linearen Elemente stehen zumeist nicht klar auf dem Bildträger, sondern zeigen eine Textur des Unfertigen”.
In den vergangenen 20 Jahren habe es bei Manfred Schlindwein eine stete Verfeinerung der drucktechnischen Möglichkeiten gegeben, betonte Bernd Behrends. So experimentierte er mit diversen Oberflächen, wobei er nicht davor zurück scheute, etwa Ölrückstande oder Verschmutzungen der Bildträger in seine Arbeiten einfließen zu lassen. „Bisweilen finden wir typografische Zitate oftmals in Spiegelschrift, jedoch keine tiefgründigen oder Sinn spendenden Texte sondern eher fluchtartig in den Bildzusammenhang geworfene kürzelartige Notationen”. Denn selten drucke Manfred Schlindwein eindeutig, sondern die Textur des Unfertigen und die Form des Offenlassens ist der Kern seiner Kunst. Der direkte und spontane Umgang mit dem Material stehen im Vordergrund. Denn der Ausdruck soll gesteigert werden, nicht die ästhetische Oberfläche wie etwa in der Lithografie oder beim Siebdruck. So sind die Arbeiten von Manfred Schlindwein weniger eine Formulierung, als vielmehr ein Zitatenschatz, der durch das schichtweise Übereinanderdrucken zum Bild wird.
Wichtig war Bernd Behrends aufzuzeigen, dass gerade Musik und Bildende Kunst zu jenem „Nährboden” gehören, der heute für die Bildung von Werten wichtigen ist. Denn gerade im Betrachten von Bildern und in der Auseinandersetzung mit der nicht messbaren Kunst werde die Spannung zwischen individuellen und gesellschaftlichen Positionen deutlich. Gerade diese Spannung und das daraus Erkannte sei jenes, was die „menschliche Festplatte” fülle, nicht die Blätter der Pisa-Studie. Den Spannungsbogen zur Musik schlug das Bläserensemble mit Valeria Abs, Pius Ganter, Jonas Huck und Stefan Ritter, die mit moderner Tonsprache der Vernissage einen besonderen Farbtupfer verliehen.