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Amtseinführung neuer Dekan Edgar Eisele
Lupe und Kapitänsbinde für neuen Dekan
Domdekan Sauer: „Das ist ja wie ein Mittelbadisches Konzil”


Sasbach(sp). „Bleiben wir miteinander verbunden, denn als Glaubende sind wir nicht allein”. Diesen Wunsch richtete der scheidende Dekan Ludwig Hönlinger an die Mitchristen im Dekanat Acher-Renchtal, während sein Nachfolger Edgar Eisele im Beisein von Domdekan Wolfgang Sauer und Regionaldekan Bernhard Pfaff gerne den „Staffelstab” übernahm und betonte: „Unser Arbeit muss dem Evangelium dienen und den Menschen zum Leben verhelfen”. Als Dekan „will ich kein Solist, sondern ein Team-player sein, der auf die Mitarbeit aller Haupt- und Ehrenamtlichen angewiesen ist”.
Gottesdienst und Festakt in der Heimschule Lender waren von Abschied und Neubeginn im Dekanat geprägt, von Dankbarkeit, fetzigem Jazz der Band „Müller and Friends” und originellen Symbolen. So erhielten Dekan  Edgar Eisele, Rektor im Seminar St. Pirmin, und dessen Stellvertreter Pfarrer Lukas Wehrle (Oberkirch) von der Vorsitzenden des Dekanatsrates Ursula Knoll-Schneider eine große Lupe, um bei den vielen „Aufbrüchen im Umbruch” in Kirche und Gesellschaft den „richtigen Blickwinkel” und eine gute Nähe und Distanz zu den Menschen zu finden. Für die Mitarbeiter überreichte Stefanie Jäger dem Fußballfan Edgar Eisele eine Kapitänsbinde, damit er als „Spielführer” voran gehe und für ein gutes Zusammenspiel sorge. Wie Stefanie Jäger, so würdigten Ursula Knoll-Schneider und Dekan Günter Ihle für die evangelische Kirche Ludwig Hönlinger als einen theologisch versierten und angenehmen Menschen, der auf Augenhöhe mit den Menschen tätig war und bei allen strukturellen und pastoralen Diskussionen immer wieder die spirituelle Dimension einbrachte. Als einen „verdienten Mann des Dekanats” mit fachlicher Kompetenz und Sensibilität würdigte Bürgermeister Dieter Klotz als Vertreter des Landrates und der Kommunen Ludwig Hönlinger, der für einen „offenen und menschlichen Dialog” von Kirche und Politik eintrat. „Hut ab vor ihrer Entscheidung und viel Erfolg für das seelsorgerliche Tun”, meinte Dieter Klotz zu Edgar Eisele, der er sich neben seinen Aufgaben als Schülerseelsorger und Rektor nun auch im Dekanat engagiere.
Als Wolfgang Sauer die Grüße von Erzbischof Robert Zollitsch überbrachte und die große Gottesdienstgemeinde in der Heimkirche sah, stellte er zur Freude aller fest: „Unser Zusammensein ist ja wie ein Mittelbadisches Konzil”. Denn zahlreiche katholische und evangelische Laien, Ordensleute, Priester, Dekane und Politiker nahmen an dem Gottesdienst teil, in dem Ludwig Hönlinger und dessen Vertreter Wendelin Faller (Kappelrodeck) verabschiedet wurden. Als Übertragung des neuen Amtes erhielt Edgar Eisele die Ernennungsurkunde des Bischofs, während Ludwig Hönlinger das „Ortenauer Evangeliar” als Zeichen für den Dienst in der Treue zum Evangelium überreichte. Im Evangelium gründe der „geistliche Maßstab und die „eigentliche Autorität” des Amtes, um mit Herz und Verstand die Botschaft Jesu zu verkünden, so Wolfgang Sauer. In einer interessanten theologischen Interpretation der „evangelischen Räte” Armut, Keuschheit und Gehorsam verdeutliche er, dass Armut und Keuschheit bedeuten, das Amt „sensibel und zärtlich” einzusetzen, damit Menschen leben und in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Christsein wachsen können. „Gehorsam” zeige sich im Hören und Zuhören sowie im achtsamen Erkennen der Nöte und Sorgen der Menschen, auch wenn ein Dekan als Vertreter des Bischofs und Dienstvorgesetzter noch andere Aufgaben habe. Aber im Glauben und in der Pastoral gehe es um mehr als nur um Strukturen und kein Papier, auch nicht in der Kirche, sei für die Ewigkeit geschaffen. Den Gottesdienst hatten die Schola von St. Pirmin, Bezirkskantor Jürgen Ochs sowie die Streicher Bärbel Anstett und Herbert Söllner sehr schön mitgestaltet.
„Kirche muss immer im Aufbruch sei”. Mit dieser Ermutigung verabschiedete sich Ludwig Hönlinger und stellte in seinem Dank fest, dass er viele engagierte Menschen im Dekanat erlebte. Hierbei wurde deutlich, dass die „Kirche von unten lebt” und Christen ihre Verantwortung wahrnehmen.