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Einheitspreis für Vorzeige-Europäer

Foto: nicht sp

Roland Spether wird für Jugendprojekt ausgezeichnet
Von unserem Redaktionsmitglied Michael Moos


Sasbach/Achern. Roland Spether wird mit dem Einheitspreis 2009 ausgezeichnet. Der 55-jährige Diplomtheologe aus Sasbach erhält den Preis in der Kategorie „Menschen“ für sein Engagement für das Internationale Jugendprojekt „Eine Welt von Freunden“. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 2. Oktober bei einem Empfang des saarländischen Landtagspräsidenten Hans Ley in Völklingen. Das Internationale Jugendprojekt hat seine Wurzeln in der Partnerschaft der katholischen Pfarrgemeinde Achern mit der Gemeinde im polnischen Ozimek sowie in der Gemeindepartnerschaft zwischen Sasbach und Mapello.
Der „Einheitspreis – Bürgerpreis zur Deutschen Einheit“ ehrt das Engagement von Bürgern, die sich zukunftsorientiert für das geeinte Deutschland und Europa einsetzen. Während in den ersten Jahren ausschließlich das Engagement für ein Zusammenwachsen der ehemals gespaltenen Teile Deutschlands geehrt wurde, sucht der Einheitspreis seit dem vergangenen Jahr auch Menschen und Projekte, die das Zusammenwachsen von Ost und West in Europa fördern. Initiator dieses Wettbewerbs ist die Bundeszentrale für politische Bildung, als Schirmherr fungiert in diesem Jahr Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks.
Sasbachs Bürgermeister Wolfgang Reinholz zeigte sich erfreut über die Ehrung von Roland Spether: Dieser sei ein „Vorzeige-Europäer und habe die Auszeichnung „wirklich verdient“. Das Projekt sei „vorbildlich“ und eine „wunderbare Sache“. Spether selbst zeigte sich von der anstehenden Ehrung völlig überrascht. Man sei im Juli von der Bundeszentrale für politische Bildung aufgefordert worden, sich mit dem Jugendprojekt für diesen Preis zu bewerben, habe jedoch nicht damit gerechnet, überhaupt von der Jury berücksichtigt zu werden. Umso größer ist die Freude bei Roland Spether, der den Preis als Auszeichnung für das Jugendprojekt und die Bemühungen um die europäische Einigung betrachtet. Spether, der als Religionslehrer in der Heimschule Lender arbeitet, ist seit 1999 Ehrenbürger der polnischen Stadt Ozimek.
Den Preis will Spether dem Jugendprojekt, allen internationalen Jugendlichen, Betreuern, Partnergemeinden und der Gemeinde Sasbach widmen: „Einer allein kann so etwas nicht machen.“ Deshalb gelte sein Dank dem Sasbacher Leitungsteam mit Susanne Bergmann, Björn Siller und Sebastian ,Badi‘ Dollhofer sowie Bürgermeister Wolfgang Reinholz, dem Gründerbürgermeister Ewald Panther, dem Freundeskreis Sasbach-Mapello und dem ersten Ko-Partner Franz Schmälzle.
1994 rief Roland Spether das Internationale Jugendprojekt „Eine Welt von Freunden“ ins Leben, seit 1995 gab es 15 Projekte mit Begegnungen von Jugendlichen aus Europa. Beim ersten Jugendprojekt nahmen 1995 Jugendliche aus Mapello, Ozimek, Villié-Morgon, Marmoutier, Nagykörös, Sasbach und Sasbachwalden teil, ebenso Gastschüler der Heimschule Lender aus Mexiko und den USA. Mit zu den Gründervätern des Projektes gehörte auch die Heimschule Lender, denn Schüler und Lehrer waren bereit, sich als Projektleiter, Betreuer und Teilnehmer zu engagieren. Bürgermeister der ersten Stunde waren Ewald Panther (Sasbach), Valentin Doll (Sasbachwalden), Gian-Maria Mazzola (Mapello), André Gauthier (Villié-Morgon) und Jean-Claude Weil (Marmoutier), auch die Freundeskreise aus den Gemeinden unterstützten die Initiative. 1996 trafen sich in Mapello rund 200 Jugendliche, von denen 100 aus den Gemeinden der Isola Bergamasca kamen, beim dritten Projekt in Villié-Morgon kamen Jugendliche aus Moldavien hinzu. 1998 richtete Ozimek das Projekt aus und lud dazu Jugendliche aus Alytus (Litauen) und Rymarov (Tschechien) ein. Seit 1998 gehören auch Schüler aus Landgraf (Niederlande) dazu. Seither ist das Team der Partnergemeinden komplett, wobei das Jugendprojekt jederzeit offen ist für neue Freunde.
Internet: Informationen gibt es im Internet unter www.jugendprojekt.net sowie unter der Adresse www.einheitspreis.de

 

Acher-Rench-Zeitung

Roland Spether erhält Einheitspreis 2009
Internationales Jugendprojekt in Sasbach wird ausgezeichnet  
»Ich habe das erst nicht geglaubt«
Wie kamen Sie zu so einer hohen Auszeichnung?
Roland Spether: Das war für uns vom internationalen Jugendprojekt auch eine große Überraschung Wir bekamen im Juli eine E-Mail von der Bundeszentrale für politische Bildung, dass wir uns bewerben sollen. Als ich dann aus Litauen, wo unser jüngstes Projekt stattfand, wieder zurückgekommen bin, habe ich natürlich der Aufforderung Folge geleistet. Wer aber die Bundeszentrale auf uns aufmerksam gemacht hat, weiß ich auch nicht.

Wie haben Sie denn von ihrem Gewinn erfahren?
Spether: Als ich am ersten Schultag nach den Ferien an meinem Schreibtisch saß, hat mich ein Herr aus Berlin angerufen und mir mitgeteilt, dass ich für das Jugendprojekt den Preis in der Kategorie Menschen erhalte. Da musste ich erst die Telefonnummer auf dem Display überprüfen, ob da ein Witzbold angerufen hat. Als am Abend die E-Mail kam, habe ich es auch langsam geglaubt.

Was bedeutet für Sie der Preis?
Spether: Mir geht es um die Idee, ein gemeinsames Europa erlebbar zu machen, dafür wurde der Preis verliehen. Wir sind mit dem Bus von Deutschland über Polen nach Litauen gefahren ohne eine Grenzkontrolle. So etwas wäre vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen. Ich lege keinen großen Wert darauf, dass meine Arbeit bedacht wird, bei dem Preis geht es ohnehin nicht nur um mich.

Um wen geht es denn?
Spether: Ich will den Preis dem Jugendprojekt widmen, allen internationalen Jugendlichen, Betreuern, Partnergemeinden und der Gemeinde Sasbach. Einer allein kann so etwas nicht machen, deshalb ein großer Dank an das Sasbacher Leitungsteam mit Susanne Bergmann, Björn Siller und Sebastian – Badi – Dollhofer sowie Bürgermeister Wolfgang Reinholz, dem Gründerbürgermeister Ewald Panther, dem Freundeskreis Sasbach-Mapello und dem ersten Co-Partner Franz Schmälzle.

Wann wird der Preis verliehen?.
Spether: Der Preis wird bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken verliehen. Dort findet dieses Jahr das Fest statt. Am Freitag vor dem Feiertag findet der Staatsempfang statt.
Und was ziehen Sie an?
Spether: Das weiß ich noch nicht, am liebsten würde ich mit dem T-Shirt des Jugendprojekts auf die Bühne gehen.

Internationales Jugendprojekt

Seit 1994 findet jährlich ein Internationales Jugendprojekt in jeweils einer der teilnehmenden neun Kommunen statt. Neben Sasbach mit Sasbachwalden beteiligen sich Oszimek (Polen), Alytus (Litauen), Mapello (Italien), Marmoutier und Villié Morgon (Frankreich), das ungarische Nagykörös und Landgraaf (Niederlande).
Die Gemeinden haben sich durch Patenschaften, Kontakte über Schulen und Vereine zusammengefunden. Organisator ist Roland Spether, der auch darauf achtet, dass bei einem Projekt neben dem Kennen lernen des anderen Landes, Wissen und Fähigkeiten der rund 60 Teilnehmer erweitert werden. So haben sie heuer in Alytus ein Märchen aus der eigenen Region auf englisch als Theaterstück aufgeführt. wab