Fernsehprojekt mit Loro Parque auf Teneriffa
Haie „schwammen” in das virtuelle Klassenzimmer
Sendung wird bei VOX ausgestrahlt
Sasbach/Teneriffa(sp). Dass Haie aus dem Loro Parque auf Teneriffa direkt zu Lenderschülern „schwimmen” können, sorgte in einem virtuellen Klassenzimmer für ein einmaliges Lernerlebnis. Möglich machte dies der Sender VOX und der Altsasbacher Matthias Reinschmidt (Bühl), der mit der Heimschule eine Sendung für „Menschen, Tiere & Doktoren” aufzeichneten.
„Vom Beckenrand ins Klassenzimmer – so bekommt Faszination lernen eine neue Bedeutung”. So titelte der „Kanaren-Express” in einem großen Bericht über das virtuelle Projekt, das der Klasse 6f und den Fachlehrern Katja Lang-Cappel (Biologie) und Brigitte Haubold (Deutsch) etwas andere Einblicke in das Leben der Haie gab. Während das Kamera-Team von Fandango Film aus Köln in einem „Making off” die Schüler auf die Live-Schaltung vorbereitete, stellte Hans Kessler via Internet eine Verbindung zum Loro Parque her, wo Matthias Reinschmidt und ein Kamerateam auf die Zuschaltung warteten. In dem Sasbacher Fachraum war alles auf Haie eingestellt, denn die jungen Fernsehmacher leisteten eine enorme Vorarbeit für ihr „Haifischbecken” und das Thema Artenschutz. Selbst gebastelte Haie in allen Variationen „schwammen” umher, eine Schülerin durfte für die Sendung ihren originellen Hammerhai erklären und Lieblingshai „Horst” stand im Scheinwerferlicht der Kamera. Die Spannung stieg, als sich Matthias Reinschmidt wie geplant vom Rand des Aquariums mit 20 Haien meldete und die Meeresräuber der Familien Katzenhai, grauer Riffhai oder Leopardenhai auf der Projektionswand zu sehen waren. Die Augen der jungen Haiexperten wurden immer größer, als die Fütterung anstand und sie erlebten, wie die Pfleger jedem Hai seine ganz spezielle Ration vor das Maul hielten. Nur dreimal in der Woche werden die Haie gefüttert, so Matthias Reinschmidt und erklärte, dass die Haie nicht so gefräßig seien und zur „Gesundheitspolizei” der Ozeane gehören. Denn sie fressen kranke und verletzte Fische, wobei sie ihre Beute durch den fein ausgeprägten Geruchssinn und das Ohr gut orten können. Wenn etwa harpunierte Fische durch wildes Hin- und Herschwingen im Wasser für den Menschen unhörbare tiefe Schallwellen erzeugen, könnten dies Haie bis zu 650 Metern entfernt wahrnehmen und in 30 Sekunden könnten sie zu ihrer Beute schwimmen. Auch das Riechorgan sei bestens ausgebildet und Haie könnten Blutgeruch durch eine Art chemischer Untersuchung des Wassers noch in millionenfacher Verdünnung und innerhalb einer tausendstel Sekunde riechen. Die Schüler wollten wissen, ob sich Haie lieben und wie sie ihren Nachwuchs bekommen. Auch diese Fragen wurden geklärt und die Schüler erfuhren, dass Haie eine Art Liebesspiel betreiben. Das Männchen beiße sich an der Partnerin fest, um seine Geschlechtsorgane in Position zu bringen. Die Liebesbisse würden jedoch recht schnell wieder heilen.
In der Vorarbeit zur Sendung erfuhren die Schüler, dass nicht die Menschen den Hai fürchten müssen, sondern dass die Menschen der größte Feind des Haies seien. Dazu sah sich die Klasse beim Tierschutzverein in Achern einen Film an, wie Haie grausam getötet werden, damit nicht nur in China Haifischflossensuppe verzehrt werden kann. Den lebenden Tieren werden die Flossen abgeschnitten und für viel Geld verkauft, der kaum verwertbare Rest lande im Meer und verende elendig. Trotz der Schutzprojekte nimmt der Handel zu und nur wenige Konsumenten von „Schillerlocken” wissen, dass sie enthäutete, heiß geräucherte Bauchlappen des Dornhais essen. Diese Art ist durch die Überfischung vom Aussterben bedroht sei und steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehe. Außerdem sterben sehr viele Haie unbeabsichtigt in den Fischernetzen und viele Haiarten stehen wie der Weiße Hai oder der Hammerhai weit oben auf der Liste der bedrohten Haiarten.