Sasbach(sp). Auf eine fröhliche Silvester-Party am Strand bei Guatemala-Stadt müssen die Austauschschülerinnen der Heimschule Lender, Stephanie Dill, Camila Fernández und Daniela Arredondo in diesem Jahr verzichten. Dafür durften sie in ihren Gastfamilien Weihnachten nach deutscher Tradition feiern und machten Bekanntschaft mit Schnee, den es in ihrem Heimatland nicht gibt. „Bei uns hat es zurzeit 20 Grad plus” berichteten die Mädchen, die die Deutsche Schule in Guatemala besuchen, seit einem halben Jahr an einem Austauschprogramm teilnehmen und in den Familien von Andrea Graf, Anne Litsch und Amanda Lesch wohnen. Anfang Januar geht es wieder zurück nach Guatemala und mit im Reisegepäck sind viele gute Erfahrungen. „Wir konnten nicht glauben, wie schön hier alles ist. Manchmal kamen wir uns vor wie in einem Film”.
„Der Aufenthalt in Deutschland ist für uns eine sehr gute Erfahrung, wir werden die Zeit hier nie vergessen”. So das tolle Kompliment der Jugendlichen, die vor Weihnachten schon etwas Heimweh nach ihren Familien hatten. Die Weihnachtsmärkte mit den vielen schönen Sachen und dem leckeren Essen hätte ihnen wie die Lichter und Tannenbäume sehr gut gefallen. In Guatemala sei es Tradition, dass sich die ganze Familie mit Verwandten treffe, um 24 Uhr die Geschenke auspacke, Feuerwerksraketen abfeuere und dann die ganze Nacht fröhlich feiere. Auch am 25. Dezember werde gefeiert, während der 26. Dezember wieder ein Arbeitstag sei und überleite zum nächsten Fest. Denn ab dem 28. Dezember würden die Silvester-Partys und Konzerte an den Stränden beginnen, die vor allem die Jugendlichen besuchen. Der Höhepunkt sei dann an Silvester, wenn um Mitternacht große Feuerwerke gezündet werden und das neue Jahr begrüßen.
Der Schüleraustausch mit Guatemala begann unter Schulleiter Karlheinz Ott Anfang der 90er Jahre und seither gibt es regelmäßige Aufenthalte in Sasbach und in Guatemala-Stadt, die die Spanischlehrerin Karen Lahr betreut. Die guatemaltekischen Schülerinnen besuchten den Unterricht im Normal- beziehungsweise Wirtschaftsgymnasium, sie berichteten auch während des Spanisch-Unterrichtes in verschiedenen Klassenstufen über das Leben in Guatemala und Lateinamerika, es gab auch Deutsch als Fremdspracheunterricht, Grammatikübungen, Lektüre und auf besonderen Wunsch der Gastsschüler Unterrichtsstunden zum Thema „Deutsche Dialekte – Badisch”. Während ihres Aufenthaltes musste sie als Hausaufgabe für ihre Schule Infomappen zu Themen wie „Meine Gastfamilie”, „Mein Bundesland”, „Weihnachtszeit in Deutschland” erstellen. Ein Lehrer der Deutschen Schule in Guatemala besuchte auch die Lenderschülerinnen auf Zeit und hielt ein Vortrag über Guatemala für alle Zehntklässler. Die Deutsche Schule Guatemala wurde 1901 gegründet, sie ist eine private, mehrsprachige Bildungseinrichtung, in der alle Fächer in Deutsch unterrichtet werden. Ein wichtiges Anliegen ist die Begegnung von guatemaltekischer und deutscher Kultur, die Schule ist in ihrer pädagogischen Ausrichtung frei von politischen, sozialen oder religiösen Ideologien. Die schulische und erzieherische Arbeit basiert auf den jeweiligen Gesetzen und Erlassen Guatemalas und Deutschlands. Das Erziehungs- und Bildungsangebot ist breit gefächert und es reicht vom Kindergarten bis zum Abitur.