Zu Gast im Land der unbegrenzten Möglichkeiten - im Land, in dem Hip-Hop, Fast Food und George Bush die Menschen regieren, waren Schüler der Heimschule Lender. Die US-Austauschsfahrt ist ein jährliches Ereignis, das die Heimschule Lender in Sasbach ihren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 anbietet.
Wie in den Jahren zuvor haben sich auch dieses Jahr eine große Zahl Amerika- Begeisterte angemeldet, um zusammen mit zwei Lehrern an der Reise teilnehmen zu können. Letztlich entschied das Los, welche 15 Schüler und Schülerinnen das große Glück hatten, Amerika in seiner Vielfalt erleben zu dürfen. Zum ersten Mal fand dieses Jahr ein Schüleraustausch zwischen der Heimschule Lender und der Rangeview High School in Aurora bei Denver im Bundesstaat Colorado statt.
Bevor es nach Aurora ging, weilte die Gruppe vier Tage in New York. Dort besichtigte man zuerst die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser weltberühmten Metropole wie die Freiheitsstatue, das Empire State Building, China Town und den "Ground Zero". Außerdem hatte die Reisegruppe die Gelegenheit entweder das „Museum of Modern Art“ (MoMA), das letztes Jahr zum Teil auch in Berlin zu sehen war, oder den Hauptsitz der UNO zu besichtigen. Natürlich gab es auch genügend Zeit um zu shoppen.
Danach ging es weiter nach Aurora, nahe bei Denver. Dort wurden die Schüler von ihren Gastfamilien überaus herzlich empfangen und sie konnten für die Dauer ihres Aufenthaltes hautnah den „American Way of Life“ und die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen erfahren. Zudem besuchten die Schüler und Lehrer die dortige High School und stellten sich ihren Stundenplan je nach den eigenen Interessen selbst zusammen.
Gleich bemerkten die Deutschen, dass in amerikanischen Schulen einiges anders ist als bei ihnen daheim: In den USA wird beispielsweise großes Gewicht auf Fächer wie Sport und Theater gelegt und auch das Schulfernsehen wird als Fach angeboten. Überraschend war auch, dass es strengere Kleidungsregeln gibt als bei uns (so sind Spaghetti-Träger und freier Bauchnabel verboten), allerdings scheinen sich nicht alle Schüler daran zu halten.
Weiterhin war es für die Deutschen sehr interessant und ungewohnt, den dortigen Patriotismus erleben zu können, der sich im Unterricht widerspiegelt: So müssen die amerikanischen Schüler jeden Morgen aufstehen, um gemeinsam den Treueeid auf die Verfassung zu sprechen. Wer daraus schloss, dass die Einheimischen alle Bush-Fans seien, wurde wieder überrascht; denn die Mehrheit der Lehrer und Schüler tendierte eher zu Kerry oder interessierte sich gar nicht für Politik.
Ein Erlebnis war sicher auch die Fahrt mit einem aus vielen Filmen bekannten gelben Schulbus, in dem man lustiger Weise erst einmal (wie im Flugzeug) über die Sicherheitsvorkehrungen aufgeklärt wurde, bevor der Busfahrer losfuhr. Außerdem machte die deutsch-amerikanische Gruppe gemeinsame Ausflüge wie z.B. in die Rocky Mountains oder nach Denver um sich besser kennen zu lernen und Freundschaften aufzubauen.
Schließlich wurde die dreiwöchige Amerikafahrt durch ein großes Abschlussfest, das die amerikanischen Eltern vorbereiteten, abgeschlossen. Danach mussten die Schüler und Lehrer sich schweren Herzens von ihren neuen Freunden verabschieden und wieder ins Flugzeug nach Deutschland steigen. Doch der Abschied ist nicht von langer Dauer, denn schon bald (im Juni) besuchen uns die amerikanischen Schüler in "Good old Germany".
(Das Interview führten durch: Helen Schuh und Sulamith Zittel)