Konzertreise der Lender nach Israel
Reise nach Jerusalem ist immer etwas besonders
Sasbach(HL). Eine Reise nach Jerusalem ist immer etwas Besonderes. Für die Schüler der Heimschule Lender ist es inzwischen keine Reise ins Unbekannte mehr, eher etwas Vertrautes, weil sie dort inzwischen Freunde haben, die sie erwarten. Für neun Tage haben sich 44 Schüler unter der Leitung von Petra Dollhofer, Ulrike Keller, Uli Noss und Doris Uhlig auf den Weg gemacht, um zusammen mit der Hebrew University Secondary School in Jerusalem eine Musik – Theater – Projekt zu erarbeiten. In vier Gruppen – Orchester – Chor – Theater – Kunst – haben mehr als hundert Schüler gemeinsam diskutiert, geprobt, gespielt und gemalt. Die Herausforderung, in englischer Sprache sich auf eine andere Schulkultur einzulassen und auf ein gemeinsames Ergebnis hin zu arbeiten, war außerordentlich groß. Interkulturelles Lernen und menschliches Einfühlungsvermögen war gefragt. Dabei ist gerade die deutsch – israelische Beziehung von der Vergangenheit her durchaus belastet. An die Wurzeln zu erinnern und für die Zukunft zu planen und Ideen zu entwickeln, war besonders reizvoll. Die Offenheit und Gastfreundschaft der israelischen Familien waren überwältigend. Auch das Rahmenprogramm war außergewöhnlich. Ausflüge in die Gegend, wo David mit Goliath gekämpft hat, die Wege, die Jesus in Jerusalem gegangen ist, nach zu gehen, Via Dolorosa, die Klagemauer und den orientalischen Markt, aber auch ultramoderne Einkaufszentren, das macht das Land so besonders. Sehr bewegend waren die Gespräche mit den Holocaustüberlebenden Ehud Loeb, der aus Bühl stammt und Menachem Mayer, der aus Hoffenheim deportiert wurde und heute in Jerusalem lebt. Auch der Besuch der Gedenkstätte YadvaShem war in Begleitung israelischer Jugendlicher ein tiefes Erlebnis. Die gemeinsame Gruppenarbeit mündete in eine Aufführung in Jerusalem unter dem Thema „Roots to a dream“. Theaterszenen, Lieder, Orchesterstücke und Videopräsentationen begeisterten Mitwirkende und Zuschauer. Ein anschließendes Fest ließ die wunderbare Zeit in Jerusalem ausklingen. Die letzten drei Tage verbrachte die Gruppe in Galiläa im Kibbuz Nes Ammim. Es gab Zeit zum Entspannen, aber erst nach einem weiteren Konzert im Kibbuz Kabri. Die Tage in Israel vergingen viel zu schnell, sie waren anstrengend, abwechslungsreich und intensiv und haben die Freundschaft vertieft und eine Grundlage für weitere Projekte gelegt. Der Blick auf Israel von inner war überraschend anders als erwartet, vielfältig, herzergreifend und aufregend. Die Reise nach Jerusalem ist nicht zu Ende. Die gemeinsame Arbeit geht nächstes Jahr in Sasbach an der Heimschule Lender weiter.