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Israelisch-deutsches Konzert

Fotos: sp

Israelisch-deutsches Konzert an der Heimschule Lender
Musik ist grenzenlos und heilt die Wunden -
Glänzendes Gastspiel des Thelma Yellin Chores aus Israel


Sasbach(sp). Jugendliche aus Israel sangen in deutscher Sprache Lieder von Robert Schumann. Deutsche Schüler spielten Musik der israelischen Komponistin Naomi Shemer und die Heimschule Lender erlebte einen Abend von besonderer Güte und Harmonie. „Es war ein wundervolles Konzert”, meinte Doris Uhlig auch ganz im Sinne der begeisterten Besucher, nachdem sie sich in Hebräisch bei den 60 Jugendlichen vom Chor der Thelma Yellin High School of the Arts bedankt hatte. Das niveauvolle Konzert war auch bester Beleg dafür, dass „durch Musik und Kultur die Wunden der Vergangenheit langsam heilen können”, so Doris Uhlig.

Dass die Musik wahrlich grenzenlos ist und  einmalige Ereignisse zum Klingen bringt, wird an dem Zustandkommen des Konzertes deutlich. Denn der Lenderschüler Matthias Keller absolvierte seinen Zivildienst in einem Altersheim in Petah Tiqwa und durfte im Streichorchester der Thelma Yellin High School bei Tel Aviv mitspielen. Seine Eltern Ulrike und Manfred Keller aus Obersasbach besuchten ihren Sohn, es kam zum Kontakt mit den Verantwortlichen und ein Jahr danach reiste der Chor mit der Fachleiterin Musik Miri Capsuto zum Schiller-Gymnasiums Offenburg und erstmals nach Deutschland. Da Manfred Keller dort Schulleiter ist und Ulrike Keller an der Lender unterrichtet, kam es in Sasbach zu einem weiteren schönen Akzent mit israelischer Note. Denn die Heimschule unterhält eine Freundschaft mit der Hebrew University Secondary School in Jerusalem, die im Juni dieses Jahres zu Gast in Sasbach sein wird.

Nach der Begrüßung von Schulleiter Lutz Großmann und einem herzlichen Willkommen auf Hebräisch von Magdalena Bottesch eröffnete das Streichorchester unter der Leitung von Ulrich Noss mit dem Concerto grosso C- Dur, HWV 318 von Georg Friedrich Händel das Konzert. Mit dieser technisch anspruchsvollen Komposition und einem fein nuancierten Klangbild bewies das Orchester, auf welch hohem Niveau Lenderschüler musizieren. So durften die Zuhörer einen Musikgenuss von respektabler Qualität erleben, an dessen gutem Klang die Solisten Ines Lung, Martina Bireckoven (Violinen), Maria Oser (Violoncello), Simon Doll, Laura Volk (Oboen) und Roxane Lung (Cembalo) einen besonderen Anteil hatten. Mit dem Largo aus Antonio Vivaldis „Winter” („Die vier Jahreszeiten”) skizzierte Ines Lung mit virtuosem Spiel die „ruhigen und frohe Tagen am Kamin” und sorgte für einen weiteren Glanzpunkt, bevor das Orchester mit „Eucalyptus Forrest” und „Umbrella for Two” von Naomi Shemer modernen Klangfarben aus Israel darbot.

Die Lender-Aula erlebte schon viele hochkarätige Konzerte, in die sich der Chor aus Israel an vorderster Stelle einreihte. Denn die Gäste mit Dirigent Yishai Steckler präsentierte Chorgesang vom Feinsten und eine Gesangskunst, die mit der Klarheit, Prägnanz und Dynamik der jungen Stimmen und einer sauberen Homogenität des Klangbildes bis in feines Piano faszinierte. Wie professionell in Thelma Yellin gearbeitet wird, ist an Yishai Steckler zu sehen, der Leiter des Opernchores in Tel Aviv ist, mit führenden Orchestern Israels arbeitet und Träger bedeutender Preise ist. Mit einem Jemenitischen Liebeslied und einem Sabbat-Lied eröffnete der Chor in hebräischer Tonsprache sein Konzert, das viele gesangliche Kostbarkeiten wie die Vertonung des Psalms 137 von Orlando di Lasso in Latein bereithielt, der die Sehnsucht der Juden im Babylonischen Exil nach Freiheit und Heimat beschrieb. Anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann sang der Chor das wunderbare „Zigeunerleben” und famose Solisten erfreuten mit Schumann-Liedern, während mit dem herrlichen „Jeruschalajim schel Sahav" – „Jerusalem aus Gold” die inoffizielle Nationalhymne mit der Beschreibung Jerusalems als Stadt des Heils und der Sehnsucht erklang: „Jerusalem aus Gold, lass mich doch für all deine Lieder die Harfe sein”. Als sich die Jugendlichen aus Israel und Deutschland zu einer Formation vereinten und „Halleluja” von Leonard Cohen sangen, wurde spürbar, wie grenzenlos schön die Musik sein kann.