Cherry Cake schmeckte bestens
Sasbach/Rymarov(sp). „Die wollen Aprikosen für die Schwarzwälder Kirschtorte nehmen“. „Chefköchin“ Sonja Maurath konnte das Problem der falschen Übersetzung gerade noch abwenden, als beim Internationalen Jugendprojekt „Eine Welt von Freunden“ in Rymarov Tschechien die badischen Spezialitäten auf dem Speiseplan standen. Nur gut, dass die Jugendlichen aus Sasbach und Sasbachwalden vor der Abreise ein Probekochen vornahmen, den Fehler in der internationalen Rezeptur sofort bemerkten und die Torte wie geplant mit Kirschen zum Nachtisch des Hauptmenüs Schäufele mit Kartoffelsalat servieren konnten.
Ernährung, regionale Gerichte und die Erstellung eines europäischen Kochbuches sind die inhaltlichen Themen des 16. Internationalen Jugendprojektes, das noch bis zum 24. Juli stattfindet und erstmals von der Gemeinde Rymarov ausgerichtet wird.
An dem Projekt nehmen Jugendliche aus folgenden Gemeinden teil: Rymarov, (Tschechien), Marmoutier und Villié–Morgon (Frankreich), Mapello (Italien), Ozimek (Polen), Landgraaf (Niederlande), Alytus (Litauen), Revúca (Slowakei) sowie Sasbach und Sasbachwalden. Die deutsche Delegation begleiten Sonja Maurath (Sasbachwalden), Björn Siller und Roland Spether (Sasbach), zum Finale am Wochenende reisen Bürgermeister und Mitglieder von Freundeskreisen nach Rymarov.
Die Kontakte nach Rymarov entstanden 1998, als die polnische Gemeinde Ozimek und die Partnerschule der Heimschule Lender erstmals das Jugendprojekt ausrichteten und daran auch Jugendliche aus deren Partnerstadt Rymarov teilnahmen. Seither gehört die „Römerstadt“ beim Altvatergebirge zur Welt der Freunde dazu und die Gastgeber um Bürgermeister Petr Klouda und die Projektleiterin Jarmila Labounková mit ihrem Team haben mit großem Engagement zum Thema Ernährung ein interessantes Projektthema vorbereitet, das
ein aktuelles Europa-Thema ist und das gerade unter den Aspekten natürlicher Anbau von Lebensmittel beziehungsweise gentechnisch veränderter Lebensmittel alle europäischen Länder „vereint“. Denn aus den Gesprächen wurde die europaweite Verunsicherung deutlich, ob wirklich „drin ist was drauf steht“ oder unter welchen Umständen Nahrungsmittel angebaut, Tausende von Kilometern umher gefahren werden und immer noch schön rot glänzend in den Regalen landen. Bereits im Vorfeld mussten sich die Jugendlichen in ihren „Hausaufgaben“ damit befassen, aus welchen Substanzen bestimmte Lebensmittel bestehen, wie es um die europaweit gültige Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel bestellt ist und ob die Verbraucher darüber informiert sind. Davon ist sicherlich nicht auszugehen, denn fast niemand prüft die Zutatenliste auf dem Artikel, der „frisch“ auf den Tisch kommen soll. Doch es wurde nicht nur diskutiert und präsentiert, sondern auch gekocht und gebacken, denn am Ende des Projektes soll ein „Europäisches Kochbuch“ mit typischen Gerichten aus den Regionen der Teilnehmerländer entstehen. Die Jugendlichen aus Sasbach und Sasbachwalden entschieden sich Schäufele und Kartoffelsalat sowie zum Nachtisch eine leckere „Black Forest Cherry Cake“, besser bekannt als Schwarzwälder Kirschtorte, zu kredenzen. Die Kochlehrerin Slavka Pleska staunte nicht schlecht, wie die deutschen „Bäcker“ die Schwarzwälder Spezialität kreierten, dann doch noch Kirschen geliefert bekamen und die Sahne mit Hilfe der internationalen Freude perfekt platzierten. Zur Krönung des Backwerkes durfte jeder aus der europäischen Bäckerrunde eine Kirsche auf dem Kuchenboden setzen und sich über viele Komplimente freuen. Auch wenn viele europäische Köche eigentlich nicht den Brei verdarben, so war es trotz bester Englisch-Kenntnisse beim Herrichten nicht ganz so einfach zu vermitteln, was Schäufele sind und von welchem Teil des Schweines das Fleisch stammt oder wie man „ä Bund Schnittlauch“ oder „Suppengrün“ über das Englische in die tschechische Sprache übersetzt. Doch Jugendliche sind kreativ und wenn es nicht über die Sprache ging, dann nahmen sie einfach „Hände und Füße“.
Busfahrer „Fronz“ chauffierte die Teilnehmer aus Sasbach, Sasbachwalden, Villié-Morgon, Marmoutier und Landgraaf sicher nach Rymarov, wo die Gemeinde für die europäischen Gäste den „roten Teppich“ ausrollte und sie mit einem wunderbaren Konzert in dem Weltkulturerbe „Kapella Lipkach“ sowie einem offiziellen Empfang von Bürgermeister Petr Klouda herzlich begrüßten.