Sasbach(sp). „Das wirklich Große geschieht dort, wo es niemand erwartet”. Diese weihnachtliche Botschaft verkündete ein „Weiser” den Zuschauern, die beim Weihnachtskonzert der Heimschule Lender ein modernes Krippenspiel erleben durften und von einem „Stern” auf dem Weg nach Bethlehem begleitet wurden. Die Suche nach dem Kind in der Krippe wurde wunderbar bereichert durch eine musikalische Sternstunde, als 250 Lenderschüler mit Musik und Gesang auf die Weihnachtszeit einstimmten und mit einer feinen Leistung im zu Ende gehenden Jahr für ein Glanzlicht sorgten. „An einem solchen Tag bin ich immer ganz stolz auf unsere Schule”, meinte Schulleiter Dr. Hubert Müller, als er sich mit einem großen Lob an Schüler und Musiklehrer für ein herrliches Konzert in der voll besetzten Heimkirche bedankte.
„Sterne haben zurzeit Hochkonjunktur, Sterne wohin man schaut”, meinte Rektor Edgar Eisele in seiner Begrüßung, in der er allerdings auf einen ganz anderen „Stern” verwies. Es ist dies der „Stern der Liebe und des Friedens”, nach dem sich viele Menschen sehnen und der durch die Geburt Jesu aufleuchtet. In diesem Sinne waren die Besucher eingeladen, zum „Stern für andere” zu werden und eine Spende für die Pfarrei Churin/Peru des Altsasbachers Wilfried Woitschek und die Musikschule „Rocinha” in Rio de Janeiro/Brasilien machten.
Mit einer festlichen „Intrada” von Melchior Franck (1580-1639) eröffneten Musiker aus dem Bläservororchester unter der Leitung von Jürgen Bruder ein Konzert, das geprägt war von ansprechenden Kompositionen, von vielfältigen weihnachtlichen Klangfarben und von einer ausgezeichneten Qualität. Es war eine große Freude, die Schülerinnen und Schüler und deren Musiklehrer zu erleben, die sich in ihren Arbeitsgemeinschaften und vor allem in vielen Proben außerhalb des normalen Unterrichts vorbereiteten und ihren Gästen ein schönes Weihnachtsgeschenk überreichten. In diesem „verpackt” waren Weihnachtslieder aus aller Welt, die 80 junge Sängerinnen und Sänger vom Jugendchor 7/8, Mitglieder der Schlagzeug-AG 5/6 und Solisten unter der Leitung von Norbert Zwick darboten. Die reife Leistung unterstrich den hohen Stellenwert des Chorgesangs an der Heimschule und dokumentierte, wie viel Freude das Singen machen kann. Mit „Canzone dei zampognari” und pastoralen Melodien erfreute der Chor mit einem italienischen Weihnachtslied, bevor mit „Gold´nes Blatt vom Himmelsbaum” ein herrlicher Weihnachtsgruß aus Tschechien zu hören war, der mit seinem „Klatschrhythmus” einen besondere Note hatte. Nach einem Abstecher im weihnachtlichen Spanien ging es mit viel Rhythmik und Klangelementen von Xylophonen und Vibraphonen weiter in die ferne Karibik, als zum Abschluss „Mary´s Boychild” zu hören war.
„Wo eigentlich...?” lautete die Frage des Krippenspiels mit orientalischer Musik, das Annette Preuß und Bärbel Anstett mit Schülern der Klassen 5d und 7g einstudiert hatten und das sich mit seinen modernen „Sterndeutern” originell und nachdenklich auf die Suche nach Bethlehem machte. Denn weder ein „gelber Engel” vom ADAC, noch ein „Bill-Gates-Abgesandter” oder ein Börsen- und DAX-Experte” konnte diese Frage beantworten. Es kann nur der, der sich auf die Suche nach dem wirklichen Geheimnis von Weihnachten macht. Aus der modernen Zeit und der „Suche nach dem richtigen Stern” ging es musikalisch in die Welt der „italienischen Renaissance”, als Mitglieder des Sinfonischen Blasorchesters unter der Leitung von Friedrich W. Möller die „Sonata Nr. 13” von Giovanni Gabrieli (1554-1613) spielten. Mit dem „Doppelchor” auf der Empore und im Chorraum haben die Musiker sehr schön die Charakteristik dieses Werks im harmonischen Wechselspiel herausgearbeitet. Ein musikalischer Höhepunkt des Konzertes war der Auftritt des Streichorchesters unter der Leitung von Ulrich Noss, das mit „Silouans Song” des zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt aus Estland ein vorzügliches Werk bereithielt. Es ist eine der besonderen Fähigkeit des Komponisten, Glaube und Spiritualität musikalisch umzusetzen, wie in der dargebotenen Komposition analog zu dem Psalmwort „Meine Seele dürstet nach dem Herrn”. Das zarte Piano und der meditative Charakter der Klangfarben zeugten von einer inneren Kraftquelle und gestalterischen Tiefe, die das glänzend disponierte Orchester sehr schön zum Ausdruck brachte. Drei Choräle aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, dargeboten von dem Streichorchester und einem Chor mit Schülern des Musikprofils aus der Jahrgangstufe 12, erfuhr das Konzert eine wunderbare adventliche Stimmung und eine Aufführung auf hohem Niveau. Mit Weihnachtsliedern rund um die Welt bescherten das Bläservororchester und die Schlagzeug-AG 7/8 unter der Leitung von Stephan Lung und Joachim Rohrer den Gästen eine besondere Freude. Denn 80 Musikerinnen und Musiker hatten sich im Chorraum zu einem imposanten Orchester formiert, das mit seinen internationalen Melodien und mit seinem homogenen Klangbild für ein glänzendes Finale sorgte.