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Schulpartnerschaft mit Polen

In Kürze kommen wieder polnische Gäste zu uns nach Sasbach. Hier ein Bericht über die Geschichte unserer Partnerschaft:

 

10 Jahre deutsch-polnische Schulpartnerschaft
Am Anfang standen Hilfstransporte


Die Kontakte nach Polen entstanden Anfang der 80er Jahre, als die Pfarrgemeinde Achern und Bürger aus Sasbach während der Notjahre in Polen begannen, Hilfstransporte zu organisieren und tonnenweise Medikamente, Kleider und Nahrungsmittel nach Opole und Neisse zu fahren. Erste Freundschaften entstanden und bei ihren Fahrten durch Polen durften die Acherner und Sasbacher entdecken, welch ein schönes und kulturell reiches Land Polen ist. Aber auch wie stolz die Menschen auf ihr Land sind und welche Kraft ihnen der Glaube gegeben hat, die schweren Jahre zu überstehen.

Zunehmend war bei den Polenfahrern der Wunsch entstanden, engere persönliche Kontakte mit einer Gemeinde zu knüpfen. Der verstorbene Caritasdirektor Dr. Pawel Porada führte sie 1990 nach Ozimek. Es gab ein erstes Treffen bei Pfarrer Gerhard Kaluza mit interessanten Gesprächen, bei denen alle spürten, dass ihm die Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen lagen. Es war wohl eine Liebe auf den ersten Blick, zwischen den Menschen aus Sas-bach und Achern und denen in Ozimek und im darauffolgenden Jahr fuhr eine erste größere Reisegruppe aus der Acherner Pfarrei nach Ozimek, bevor im Mai 1992 erstmals Schüler aus Sasbach die Gemeinde Ozimek besuchten und den Schüleraustausch in die Wege leiteten.

Seit damals fanden jedes Jahr Treffen in Ozimek und Sasbach statt, wobei sich in dieser Zeit über 700 Jugendliche kennenlernen durften. Hinzu kam, dass die Gemeinde Ozimek auch in das Internationale Jugendprojekt »Eine Welt von Freunden« aufgenommen wurde, von An-fang an mit dabei war und 1998 selbst dieses Projektes ausrichtete. Aber auch die Pfarrgemeinde Achern hat immer wieder Kinder und Erwachsene aus Ozimek nach Achern eingeladen, ebenso mit der Heimschule Lender und der Gemeinde Sasbach zu Spendenaufrufen für die Hochwasseropfer und die Arbeitslosen-Projekte in Ozimek aufgerufen. Dank vieler Spenden konnte die Pfarrgemeinde Achern das Krankenhaus in Ozimek und das Altenheim der Pfarr-gemeinde unterstützen.
Gerade die Konflikte, Kriege und Terrorakte in den letzten Jahren haben gezeigt, wie wichtig und unerläßlich die Völkerverständigung ist. Diese kann nur dann gelingen, wenn sie ganz konkret von Mensch zu Mensch vollzogen wird. Nur so kann das gemeinsames Haus Europa entstehen, wenn sich Menschen über Ländergrenzen hinweg treffen, kennen lernen, Vorurteile abbauen und zu Toleranz und gegenseitiger Achtung kommen

Mit den freundschaftlichen Kontakten nach Polen haben die Schulen versucht, kleine Schritte auf diesem großen Weg der Begegnung und Verständigung über Ländergrenzen hinweg zu gehen. Daran waren viele Menschen beteiligt, die durch ihr Engagement, ihre Spenden und ihre ideelle Unterstützung sowie vor allem durch ihre Fahrten nach Polen dieses Ziel verwirklichen halfen. Hierbei sind gerade die Jugendlichen beider Länder die großen Hoff-nungsträger. Denn sie tragen nicht die Last der schlimmen Kriegsjahre mit sich herum und jener Zeit, in der die Menschen beider Länder viel Leid und Unmenschlichkeit erfahren mußten. Der neue Weg heißt Europa. Dieser Weg beinhaltet sicherlich noch einige steinige Etappen, aber es ist der einzige Weg, der in eine friedliche Zukunft führt. Von daher ist es ein guter Weg und es lohnt sich, Zeit und Mühen zu investieren. (spe)