Vizeweltmeister Sandrina Hornhardt
Riesenspaß beim Ritt auf der Welle
Sandrina Hornhardt gehört zur Weltspitze im Freestyle
Achern(sp). „Du musst das Gefühl haben, dass die Welle für dich da ist”. Dieses richtige Gefühl hatte Sandrina Hornhardt vom Kanuclub DJK Achern in der Saison 2009 mit ihrem Freestyle-Boot, denn sie wurde Deutsche Meisterin bei den Junioren, belegte bei den Europa-Cups einen ersten und einen zweiten Rang und krönte ihre glänzenden sportlichen Leistungen mit der Vize-Weltmeisterschaft in Thun/Schweiz.
„Freestyle macht mir einfach Spaß und wenn ich in der Welle bin, vergesse ich alles um mich herum”. So die 17-jährige Sportlerin aus Mösbach, die bereits 2008 mit einem Erfolgs-Loop nach dem anderen auf sich aufmerksam machte, Europameisterin wurde und den ersten Platz im World-Cup belegte. Nun folgte mit der Vizeweltmeisterschaft eine weitere Steigerung in der noch jungen Karriere, denn Sandrina Hornhardt „reitet” erst seit zwei Jahren auf Welle und Walze und hat sich in dieser Zeit auch in den Nationalkader hinein gepaddelt.
Mit den Erfolgen von Sandrina Hornhardt, die die elfte Klasse der Heimschule Lender besucht, bekam hierzulande eine noch junge und attraktive Fun-Sportart viel Wasser unter den Kiel. Zwar gibt es Kanu-Freestyle schon seit den 80er Jahren, doch die ersten offiziellen Welt- und Europameisterschaften fanden erst ab 2006 statt. Mittlerweile hat der internationale Fachverband die Sportart anerkannt, bei der es nicht darum geht, eine Wildwassertrecke zu befahren oder Tore mit- oder gegen den Wasserlauf fehlerfrei zu passieren. Vielmehr müssen die Sportler auf einer Welle oder Walze möglichst viele und technisch anspruchsvolle Tricks zeigen, wie etwa den Lieblingstrick von Sandrina Hornhardt. Bei dem Loop muss die vordere Seite des Bootes so tief wie möglich unter Wasser gebracht und die Auftriebskraft in Koordination mit dem Körper so optimal genutzt werden, dass ein Salto geschlagen werden kann. „In diesem Jahr habe ich den Felix gelernt”, so Sandrina Hornhardt und erklärt, dass bei diesem Element sekundenschnell eine 180 Grad-Drehung unter und über Wasser gefordert sei. Zu den klassischen Figuren (Moves) gehören Cartwheel, Kickflip, Pan Am, Pirouette oder Splitwheel, bei denen mit und ohne Paddeleinsatz Drehungen um die drei Achsen erfolgen. Für diese anspruchsvollen Tricks mit dem kleinen Spin-Boot sind Technik, Konzentration und Körperbeherrschung erforderlich, um die Figuren in einer festgelegten Zeit und in mehreren Läufen zu zeigen. Trainiert wird sie von Helmut Wolff vom Badischen Kanuverband. Umso beeindruckender ist es, in welch kurzer Zeit sich Sandrina Hornhardt in der Weltspitze etablierte und neue Ziele anvisiert. Denn im nächsten Jahr steht unter anderem die Europameisterschaft auf dem Terminplan und da gilt es, als Titelverteidigerin eine gute Figur auf der Welle zu machen. Die nächste Weltmeisterschaft findet 2011 statt und dann muss de Sportlerin altersbedingt bei den Damen starten, doch bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter. Doch beim Thema Rhein wird es weniger lustig, denn es wäre aus der Sicht von Sandrina Hornhardt und deren Vater Wolf Hornhardt ein Leichtes, mit wenig Geld an einer der Staustufen einen Auslass zu schaffen, der eine Welle bildet. Doch alle Bemühungen gingen bislang baden und so muss Sandrina Hornhardt weite Wege zurücklegen, um etwa auf Wellen in der Murg bei Forbach oder in Augsburg zu trainieren. Dennoch läst sie sich den Spaß am Kanu-Freestyle nicht vermiesen, denn Natur, Wasser, viele tollen Sportler aus aller Welt und die freundschaftliche Atmosphäre unter den Paddlern entschädigen für fehlende Wellen nahe am Achersee und lange Trainingswege.