Deutsch-israelisches Konzert Heimschule Lender
Jugendliche aus Sasbach und Jerusalem im kreativen Dialog
Sasbach(sp). „Nächstes Jahr in Jerusalem – wir werden weiter im Dialog bleiben”. Für die Jugendlichen des Gymnasiums „Leyada” in Jerusalems und der Heimschule Lender in Sasbach waren diese Aussagen am Ende des deutsch-israelischen Konzertes der schönste Beleg dafür, dass ihr Musik-Theater-Kunst-Projekt „Schöpfung – Creation of Dialoque” ein großer Erfolg und ein weiterer wichtiger Schritt auf dem noch jungen Weg der Freundschaft und einem fruchtbaren Dialog zwischen den Schülern und Lehrern beider Schulen war. Dies betonte die stellvertretende Schulleiterin Petra Dollhofer, als sie sich am Ende eines beeindruckenden Konzertes und einer Woche sehr wertvoller Erfahrungen und Begegnungen mit den Jugendlichen aus Jerusalem war.
Der Dialog zwischen der Heimschule Lender und dem Gymnasiums „Leyada” an der Hebräischen Universität „Tichon Scheleyad Ha´Universita” begann 2007, als die Heimschule in Jerusalem und Tel Aviv das mit dem Victor-Klemperer-Preis ausgezeichnete Stück „Sehen, was war - Die Geschichte zweier jüdischer Brüder” aufführte und Kontakte mit dem Gymnasium in Jerusalem knüpfte. Damals bekundeten beide Schulen ihre Offenheit für weitere Begegnungen, die dann auch in den folgenden Jahren in Sasbach und Jerusalem erfolgten und mit Projekten wie „Lend me your eyes” - „Leih mir deinen Blick” zu einer neuen und persönlichen Wahrnehmung auf beiden Seiten führte. Das Gymnasium „Leyada” in Jerusalem ist ein sechsjähriges Gymnasium, das säkular, experimentell und akademisch geprägt ist. Es liegt direkt neben der Hebräischen Universität in Reichweite der Knesset und des Außenministeriums. Es wurde 1935 für die Eliten der Aschkenasim (Juden aus Europa) gegründet, wobei heute 120 Lehrer 1200 Schülerinnen und Schüler unterrichten. Die Schule hat sich zu einem führenden Gymnasium in Israel entwickelt, aus dem Nobelpreisträger wie David Kahnemann (2002 für Wirtschaft), David Gross (2004 für Physik) sowie Schriftsteller wie Meir Shalev und David Grossman hervor gingen.
Wie sich Jugendliche kreativ auf einen dialogischen Prozess einlassen und wie aus ungeordnetem „Chaos” durch kreatives Tun harmonische Schöpfung wird, war Bestandteil der deutsch-israelischen Begegnung und der Präsentation der Projekte bei einem eindrucksvollen Konzert mit den Gästen aus Israel und dem Streich- und Sinfonieorchester der Heimschule. Für das musikalische Projekt waren Ulrich Noss und Yonatan Lesser verantwortlich, Michal Karmon leitete das Kunstprojekt, Hadass Har-Lavan den Theaterpart, während Doris Uhlig, Ulrike Keller, Petra Dollhofer bestens für die Organisation der Begegnung mit den Freunde aus Israel und deren Lehrern Lilach Peled Cherny und Rina Gempel sorgten. Das Konzert wurde mit einer Improvisation zum Thema „Chaos” eröffnet, bevor Chor und Orchester mit den Solisten Jonathan Striebel und Aaron Kimmig Einleitung und Rezitativ aus Haydn´s „Schöpfung” mit dem bekannten biblischen Wort „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde” darboten. Passend hierzu zeigten die Schüler in ihrem szenischen Spiel, wie die Urkräfte des Chaos wirken, sie in Schranken gewiesen werden und Gott die Ordnung von Himmel und Erde, von Licht und Finsternis erschafft. Beeindruckend war, wie das deutsch-israelische Ensemble die Erschaffung von Adam und Eva in Szene setze, die Einheit und die Würde von Mann und Frau als „Abbild Gottes” sowie das große Thema der Liebe mit Zuneigung und Abweisung und dem sanften Fingerzeig, Teilhaber der Schöpfung sein zu dürfen. Ein glanzvoller Höhepunkt des Konzertes war die Aufführung von Vivaldis „Frühling” aus den „Vier Jahreszeiten mit den virtuosen Solistinnen Magdalena Bottesch und Ines Lung, auch Chöre wie „Orinoco” und Exile” von Enya oder der Lobpreis Gottes nach dem Psalm 26 verdeutlichten, wie die „Sprache der Musik” Menschen harmonisch vereint und zu einem ganz unkomplizierten Dialog führen kann.