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Sasbacher 2009

Foto: sp

75000 Euro Investitionen der Altsasbacher
Einzigartiges Jahr in der Vereinsgeschichte mit Erbschaft -
Über 6600 Exemplare des Sasbachers gingen in die halbe Welt

Sasbach(sp). „Der Stifter war zwar ein Badener, aber ein sparsamer Schwabe”. Die ist in der neuen Schulschrift „Der Sasbacher” zu lesen, der jetzt in einer Auflage von über 6600 Exemplaren an die Jungsasbacher sowie die Ehemaligen der Heimschule Lender in alle Herren Länder versandt wurde. Darin wird berichtete, dass das Schuljahr 2008/09 vor allem für die Vereinigung der Altsasbacher ein „außerordentlich ereignisreiches Jahr”. Denn nach vielen Monaten intensiver Kontakte und Gespräche konnten Rechtsanwalt Leland Johnson aus San Francisco/USA und der Testamentvollstrecker Eberhard Woertz beim Altsasbachertag 2008 mitteilen, dass die Vereinigung der Altsasbacher Erbe eines Vermögens in beträchtlicher Höhe wurde.
Wie viele andere „Lenderbuben” musste der Stifter 1943/44 die Heimschule verlassen und wurde als Flakhelfer eingezogen. Er  geriet in französische Kriegsgefangenschaft und wurde aufgrund seiner Jugend bald nach Hause geschickt, so dass er 1947 an der Heimschule Lender sein Abitur ablegen konnte. Danach absolvierte er im Jahr 1947 bei der Firma Bosch in Stuttgart ein Praktikum, wo ihn Eberhard Woertz kennen lernte. Der Stifter studierte an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, war dann als Ingenieur in Deutschland tätig und wanderte nach Kanada und später in die USA aus. In San Francisco lebte er in bescheidenen Verhältnissen und obwohl er ein Erbe seiner Mutter erhielt, rührte er dieses nicht an. Er wollte sich selbst versorgen und vergrößerte das Erbe durch seine eigenen Ersparnisse. „Es ist für uns eine Genugtuung, den guten Willen des Stifters verwirklichen zu dürfen”, meinte Eberhard Woertz, auch Liland Johnson war  sichtlich bewegt über die „außergewöhnliche Stunde” in Sasbach. Aufgrund der Zuwendung gründeten die Altsasbacher eine Stiftung und legten Kriterien fest, wie das Geld im Sinne des „Erbes Franz Xaver Lender” in religiöse, kulturelle, pädagogische und soziale Projekte der Schule investiert werden soll, berichtet der Vorstand im Sasbacher.
Für die Vereinigung der Altsasbacher und die ganze Schulgemeinde war das Schuljahr 2008/2009 auch deshalb noch einzigartig, weil die Altsasbacher unanhängig von der Erbschaft aus Amerika rund 75000 Euro bereitstellte, wie der zweite Vorsitzende Gerd Sarcher berichtete. Hierzu gehörten neben Stipendien, Einzelförderungen und der Förderung von Musik- und Israelprojekten, die Finanzierung des internetbasierten Schulsenders LenderTV oder der Kauf von 30 Netbooks für alle naturwissenschaftlichen Fachschaften. Großzügig beteiligte sich die Altsasbacher  an Anschaffungskosten eines Kleinbusses für das Seminar Sankt Prirmin und die Heimschule Lender, der allen Lehren zur Verfügung steht. Zum 50-jährigen Jubiläum des Seminars Sankt Pirmin erhielt die Seminarkirche auch einen neuen farblichen Akzent, ferner wurden das Projekt „La Forge” der Fachschaft Kunst in der Sasbacher Partnergemeinde Marmoutier und das Projekt „Schulgarten” gefördert. Der Schüleraustausch mit Ozimek/Polen, das Jugendprojekt „Eine Welt von Freunden” in Litauen sowie das politische Bildungsprogramms während des USA-Aufenthaltes der Lenderschüler freuten sich ebenfalls über finanzielle Hilfen.
Seit 83 Jahren ist „Der Sasbacher” eine wichtige Brücke der Kommunikation zwischen Jung- und Altsasbachern, in die jährlich ein nicht unerheblicher Betrag investiert wird. Die Redaktionsleitung für das 320 Seiten umfassende Werk hatte Roswitha Droll, während Gabriel Wagner für das Layout und Claus Frank für die Gestaltung des Titels mit einem Bild von Jasmin Lasch war. Der Sasbacher wird an Ehemalige in ganz Deutschland sowie in Länder von Peru bis Australien versandt, die Jungsasbacher erhalten ein Exemplar kostenlos. Diese können sich nun über das einzigartige Schuljahr informieren, dessen „Stundenplan” neben dem normalen Unterricht über 100 Termine für Projekte, Konzerte, Theater, Gottesdienste, Seminare und anderes mehr aufweist und damit vortrefflich den „Lendergeist” belegt.