Home » Schule » Fächer » Latein » Latinum
"...hätte ich das nur gewusst!"
Schon mancher Studienanfänger hat diesen Seufzer ausgestoßen, als er erfuhr, dass er zum Studium des Faches seiner Wahl ein Latinum benötigte. Tatsächlich wird heute immer noch für viele Studiengänge ein Latinum verlangt.
Für viele heißt das, dass sie ihr Latinum an der Universität nachholen müssen: Das verlängert das Studium gewöhnlich um zwei Semester, denn während der Sprachkurse bleibt für die "eigentlichen" Fächer kaum Zeit. Und Zeit ist Geld - ob mit oder ohne Studeingebühren.
Wer ein Latinum braucht, bekommt es nirgends so einfach wie an der Schule. Selbst wenn man Latein erst als dritte Fremdsprache wählt - und da geht es schon ganz gut zur Sache - hat man am Gymnasium wesentlich mehr Zeit für den Unterricht und vor allem zum Üben, als das an der Uni der Fall wäre. Das Tempo dort ist wesentlich höher; für eine Stunde Kurs an der Uni hat man gewöhnlich drei Stunden zu Hause nachzuarbeiten - ohne einen Pauker, der einem auf die Füße tritt, falls man die Dinge schleifen lässt. Dementsprechend sind die Durchfall- und Abbruchquoten der universitären Latinumskurse erheblich, für manchen auch mit der Konsequenz, dass er sich ein anderes Studienfach suchen muss.
Auch ist der Unterricht am Gymnasium nachhaltiger: Es ist einleuchtend, dass man von einer Sache mehr behält, wenn man sie sich regelmäßig über mindestens drei Jahre hinweg angeeignet hat, als wenn man sie sich in nur einem Jahr unter Hochdruck "reinpaukt."
Es lohnt sich also schon, rechtzeitig zu überlegen, was man einmal studieren will und ob man dafür eventuell ein Latinum braucht. Jedenfalls stehen einem mit dieser Qualifikation fast alle Wege offen - ganz abgesehen davon, dass Latein auch einen Wert in sich hat. (Davon an anderer Stelle).
|