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Zwei Lenderschüler gehen weltwärts

Fotos: sp

Kirche Kappelrodeck
Mit vielfältigen Klangfarben  ging es „weltwärts”
Judith Frietsch und Fabian Köninger absolvieren Freiwilligenjahr


Kappelrodeck(sp). „Weltwärts” geht es nach dem Abitur in diesem Sommer für Judith Frietsch (Waldulm) und Fabian Köninger (Kappelrodeck), die in Peru und Bolivien einen Freiwilligendienst leisten. Der „Start” erfolgte jetzt mit einem Benefizkonzert im „Achertäler Dom”, denn jeder Jugendliche muss 25 Prozent der Kosten seines Projektes (10000 Euro) über einen Förderkreis und Spenden aufbringen. Da beide Musiker sind, initiierten sie ein Konzert und fanden Partner im Vokalensemble „querbeet” und der Band „Dinkel Brothers” aus Kappelrodeck.

Ihr Freiwilligenjahr absolvieren Judith Frietsch und Fabian Köninger über das Programm „weltwärts” des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und den Verein „Amntena”, der sich vor allem in Südamerika engagiert. In Lima/Peru wird Judith Frietsch in einem Gesundheitszentrum arbeiten, das sich in den Armenvierteln um Tuberkulosekranke kümmert und Projekte in Bereichen wie Frauenarbeit, Gesundheit und Bildung unterhält. Für Fabian Köninger geht die Reise nach Cochabamba/Bolivien, wo er in einem Bildungszentrum arbeiten wird. Beide besuchen die Heimschule Lender, Judith Frietsch ist im Normalgymnasium und Fabian Köninger im Wirtschaftsgymnasium. Das fachpraktische Abitur in Musik steht für Judith Frietsch in Kürze an und so erhielten die Zuhörer einen Einblick in die hohen Anforderungen und die gesanglichen Qualitäten der Sopranistin. Denn Judith Frietsch nutzte das Konzert als Generalprobe vor Publikum und präsentierte mit Roman Kühn (Klavier) Stücke aus ihrem anspruchsvollen Abiturprogramm, das sie mit einer sehr guten und reifen Leistung darbot. Klar in der Stimme, sicher und ausdrucksstark sang Judith Frietsch ein interessantes Repertoire, das von „Jennys Song” aus der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” von Kurt Weill und Bertolt Brecht über Henry Purcells „Swetter than roses” bis zur Mozart-Arie „Ridente la calma” reichte und das eindrucksvoll ihre gesangliche Vielseitigkeit belegte.  

Das Vokalensemble „querbeet” mit der „puren Lust am Singen” und feinen A-capella-Gesang ist hierzulande bestens bekannt, den Anna Huber (Alt), Ulrike Lüder (Sopran), Gaby Frietsch (Sopran), Christian Huber (Tenor), Bernhard Schanze (Bass) und Hans-Peter Misiewicz (Bass) pflegen. Präsentierte sich das Ensemble vor wenigen Wochen an gleicher Stelle beim Adventszauber mit alpenländischen und internationalen Weihnachtsliedern, so durften die Gäste nun ganz andere Lieder der verschiedensten Sparten genießen. Denn „querbeet” ist in der volkstümlichen Gesangskunst, wie bei dem wundervollen „Erlaube mir feins Mädchen” zu hören war, ebenso zu Hause wie bei Spirituals („Lord i know”) oder bei Stücken der Beatles wie „Yesterday”. Auch Schlager-Oldies wie „Rote Lippen” gehören zum Repertoire von „querbeet”, das dem Konzert mit „The Rose” noch eine wohl klingende Nuance gab.

Was „handgemacht Musik” mit einem unverwechselbaren Akustik-Pop Sound ist, durften die Zuhörer beim Konzert der „Dinkel Brothers” in der Besetzung mit Fabian Köninger, Joachim Köninger, Rupert Bäuerle, Martin Nock und Gabriel Wald erleben. Es war das erste Mal, dass die bekannte „Kappler” Formation in der Kirche „Sankt Nikolaus” spielte, umso begeisterter waren die Zuhörer über die niveauvolle Qualität der Musiker, das virtuose Spiel mit den Saiten und die erlesenen Stücke aus der Pop-Ära. Von „Losing my religion” von REM über „Never Going Back Again” von Fleetwood Mac bis „Father and son” von Cat Stevens reichte das Repertoire der „Dinkel Brothers”, die mit ihrem glänzenden Premiere-Auftritt im „Achertäler Dom” dem Konzert eine besondere Note verlieh und die beiden Jugendlichen mit wunderbaren Melodien „weltwärts” entsandte.